EAN-Kongress 2022-Bericht: Covid-19-positive Patienten haben ein erhöhtes Risiko bei häufigen neurodegenerative Erkrankungen

In Wien haben beim 8. Kongress der Europäischen Akademie für Neurologie (EAN) dänische Forscher vom Rigshospitalet in Kopenhagen eine neue Covid-19-Studie vorgestellt, derer Forschungsergebnis zeigt, dass Covid-19-positive ambulante Patienten ein erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen im Vergleich zu Personen, die negativ auf das Virus getestet wurden haben.

Die Studie, bei der die Gesundheitsdaten von mehr als der Hälfte der dänischen Bevölkerung analysiert wurden, ergab, dass diejenigen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren, ein erhöhtes Risiko für Alzheimer, Parkinson und ischämische Schlaganfälle aufwiesen. Von den 919.731 Personen, die im Rahmen der Studie auf Covid-19 getestet wurden, stellten die Forscher fest, dass die 43.375 positiv getesteten Personen ein 3,5-fach erhöhtes Risiko hatten, an Alzheimer zu erkranken, ein 2,6-fach erhöhtes Risiko für die Parkinson-Krankheit, ein 2,7-fach erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall und ein 4,8-fach erhöhtes Risiko für eine intrazerebrale Blutung. Während die Neuroinflammation zu einer beschleunigten Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen beitragen kann, wiesen die Autoren auf die Auswirkungen des wissenschaftlichen Schwerpunkts auf Langzeitfolgen nach Covid-19 hin.

Die Experten analysierten dänische stationäre und ambulante Patienten zwischen Februar 2020 und November 2021 sowie Influenza-Patienten aus dem entsprechenden Zeitraum vor der Pandemie. Diese verwendeten statistische Verfahren zur Berechnung des relativen Risikos, und die Ergebnisse wurden nach Hospitalisierungsstatus, Alter, Geschlecht und Komorbiditäten stratifiziert.

Dr. Pardis Zarifkar, Hauptautor der Studie aus der Abteilung für Neurologie am Rigshospitalet in Kopenhagen, Dänemark, erklärte: „Mehr als zwei Jahre nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie sind die genaue Art und die Entwicklung der Auswirkungen von Covid-19 auf neurologische Erkrankungen noch immer nicht charakterisiert. Frühere Studien haben einen Zusammenhang mit neurologischen Syndromen festgestellt, aber bisher ist nicht bekannt, ob Covid-19 auch die Häufigkeit bestimmter neurologischer Erkrankungen beeinflusst und ob es sich von anderen Atemwegsinfektionen unterscheidet."

Das erhöhte Risiko für die meisten neurologischen Erkrankungen war jedoch bei Covid-19-positiven Patienten nicht höher als bei Personen, bei denen eine Grippe oder eine andere Atemwegserkrankung diagnostiziert worden war. Covid-19-Patienten hatten ein 1,7-fach erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall im Vergleich zu Influenza und bakterieller Lungenentzündung bei Patienten über 80 Jahren.

Die Häufigkeit anderer neurodegenerativer Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Myasthenia gravis, Guillain-Barré-Syndrom und Narkolepsie nahm nach Covid-19, Grippe oder Lungenentzündung nicht zu. Dr. Pardis Zarifkar fügte hinzu: „Diese Ergebnisse werden unser Verständnis der langfristigen Wirkung von Covid-19 auf den Körper und der Rolle, die Infektionen bei neurodegenerativen Erkrankungen und Schlaganfall spielen, erweitern."

Quelle; PRNewswire/24. Juni 2022

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