Deutliche funktionelle und strukturelle Konnektivitätsveränderungen in und außerhalb des Papez-Kreises bei nicht-dementen ALS-Patienten

Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Department of Advanced Medical and Surgical Sciences, MRI Research Center SUN-FISM der Università degli Studi della Campania "Luigi Vanvitelli" in Neapel, Italien, hat kürzlich im Rahmen einer multimodalen MRT (= Magnetresonanztomographie)-Studie, in der die rs-fMRT (= resting state functional MRT), die DTI (= Diffusions-Tensor-Bildgebung) und die VBM (= Voxelbasierte Morphometrie) zum Einsatz kamen, die strukturellen und funktionellen Veränderungen außerhalb des Papez-Kreises bei nicht-dementen Patienten mit einer ALS (= Amyothrophe Lateralsklerose) untersucht und ist außerdem der Frage nachgegangen, ob diese Veränderungen mit neuropsychologischen Änderungen des verbalen und non-verbalen Gedächtnisses korrelieren. Studienteilnehmer waren 32 ALS-Patienten ohne Demenz und 21 gesunde Kontrollpersonen. Die Forscher fanden bei den ALS-Patienten im Vergleich zu den Kontrollpersonen eine verringerte funktionelle Konnektivität zwischen dem bilateralen Hippocampus, den bilateralen parahippocampalen Gyri und dem Cerebellum. Zwischen-Gruppen-Vergleiche zeigten bei den ALS-Patienten außerdem Veränderungen der weißen Hirnsubstanz im Genu und dem Körper des Corpus callosum sowie den bilateralen kortiko-spinalen Bahnen und den superioren longitudinalen und uncinaten Fasciculi.

Den Experten zufolge waren interessanterweise Veränderungen der Vorwärtsleistungen im Digit-Span-Test invers mit rs-fMRT-Signalfluktuationen im Cerebellum assoziiert, während Veränderungen sowohl der episodischen als auch der visuellen Gedächtnis-Scores invers mit mittleren und radialen Diffusionsanomalien in einigen Faserbahnen der weißen Hirnsubstanz, einschließlich der mittleren cerebellaren Pedunculi, zusammenhingen. Diese Studienergebnisse zeigen, dass ALS-Patienten signifikante funktionelle und strukturelle Konnektivitätsveränderungen quer durch die Regionen, die aus dem Papez-Kreis bestehen, aufweisen, aber genauso auch ausgedehntere Bereiche, einschließlich des Cerebellums und der frontalen, temporalen sowie parietalen Bereiche, umfassen, so die Autoren. Dies bestärke die Theorie einer Multisystem-Pathologie der ALS, die sich von kortikalen bis hin zu subkortikalen Strukturen erstreckt.

(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 26.10.2021 - 04:34): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Deutliche-funktionelle-und-strukturelle-Konnektivitaetsverae.htm
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