Assoziation zwischen FABP4-Spiegeln und krankheitsbedingter Behinderung bei Patienten mit Multipler Sklerose?

Wissenschaftler des Brigham and Women's Hospitals sowie der Harvard Medical School in Boston, MA, USA, sind im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, ob es eine Assoziation zwischen den beiden Adipokinen Leptin sowie FABP4 (= fatty acid binding protein-4) und dem klinischen Verlauf einer Multiplen Sklerose (MS) gibt. Teilnehmer waren 163 Patienten (56 % Frauen) mit einer schubförmig remittierenden MS (RRMS) oder dem klinisch isolierten Syndrom, die eine Erkrankungsdauer von maximal 10 Jahren aufwiesen. Die Patienten, die aus einer anderen longitudinalen klinischen Studie rekrutiert worden waren, waren im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Die Assoziation zwischen den beiden Adipokinen und dem Schweregrad der erkrankten Frauen und Männer wurde - adjustiert für das Lebensalter, die Erkrankungsdauer, den Erkrankungstyp, den Vitamin D- und den Testosteronspiegeln sowie den Body-Mass-Index (BMI) - anhand von Querschnitts- und Longitudinal-Analysen ermittelt. Es zeigte sich, dass bei den weiblichen Patientinnen höhere FABP4-Spiegel sowohl in univariaten als auch in multivariaten Analysen mit einem höheren EDSS (= Expanded Disability Status Scale)-Score assoziiert waren. Bei den Männern waren höhere FABP4-Spiegel im Laufe der Zeit signifikant mit EDSS-Veränderungen assoziiert. Keinen Zusammenhang fanden die Forscher zwischen den FABP4-Spiegeln und der Zeit bis zum nächsten Rückfall oder der Geschwindigkeit des Fortschreitens des Erkrankungsprozesses.

Fazit:

Bei Frauen und Männern mit einer Multiplen Sklerose könnten die FABP4-Spiegel mit einer Zunahme der krankheitsbedingten Behinderungen assoziiert sein, und zwar unabhängig von den Effekten des BMI und der untersuchten Hormone, so die Autoren. Den Wissenschaftlern zufolge sollten weitere Studien zum Thema durchgeführt werden, um nachgelagerte Mechanismen von Adipositas-bezogenen Effekten bei der Multiplen Sklerose nach Möglichkeit aufzudecken.

(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 26.05.2019 - 06:53): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Assoziation-zwischen-FABP4-Spiegeln-und-krankheitsbedingter-.htm
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