Rhabdomyolyse: Seltene, aber gefährliche Komplikation nach urologischen Operationen
Eine Rhabdomyolyse ist eine seltene Komplikation nach urologischen Operationen. US-amerikanische Wissenschaftler der Section of Urology, Department of Surgery, University of Chicago haben in einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Urology“ publiziert wurde, die Epidemiologie, die Risikofaktoren und das Outcome von Patienten untersucht, bei denen es nach einem größeren urologischen operativen Eingriff zu einer Rhabdomyolyse gekommen war. Zur Identifizierung der Patienten, bei denen eine radikale Prostatektomie, eine radikale oder partielle Nephrektomie oder eine radikale Zystektomie durchgeführt wurde, bedienten sich die Forscher der nationalen Patientenstichprobe (= National Inpatient Sample) der Jahre 2003 bis 2011. Zur Auswertung kamen schließlich die Daten von insgesamt 1.016.074 Patienten. 870 von ihnen (0,1 %) hatten nach der urologischen Operation eine Rhabdomyolyse entwickelt. Die Analysen ergaben, dass die Wahrscheinlichkeit für die Rhabdomyolyse bei Patienten mit einer radikalen oder partiellen Nephrektomie und einer radikalen Zystektomie deutlich höher war als bei denjenigen mit einer radikalen Prostatektomie. In multivariablen Analysen zeigte sich, dass ein niedrigeres Lebensalter, das männliche Geschlecht, eine Diabetes-Erkrankung, eine chronische Nierenerkrankung, körperliches Übergewicht und Blutungskomplikationen unabhängige Risikofaktoren für die Rhabdomyolyse waren. Die Abstammung der Studienteilnehmer, der Einsatz einer minimal-invasiven Technik und der Bildungsgrad waren mit dem Muskelzerfall nicht assoziiert. Insgesamt wiesen Patienten mit einer Rhabdomyolyse eine erhöhte Mortalität, häufiger akute Nierenschädigungen sowie einen verlängerten stationären Aufenthalt auf und verursachten höhere Krankhauskosten, so die Autoren.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 14.10.2019 - 12:18): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Urologie/Rhabdomyolyse--Seltene--aber-gefaehrliche-Komplikation-nach-.htm
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