Präoperative Sonographie-Untersuchung der Vena cave inferior als Prädiktor einer Hypotonie nach Anästhesie gut geeignet

Im Rahmen einer Studie sind Forscher des Department of Anesthesiology, The First Affiliated Hospital of Zhengzhou University in Zhengzhou, China, der Frage nachgegangen, ob eine präoperative Sonographie-Untersuchung der Vena cave inferior dazu beitragen kann, das Risiko für eine Hypotonie nach Einleitung einer Allgemeinanästhesie vorherzusagen. Teilnehmer der Studie waren 104 erwachsene Patienten mit einem ASA (= American Society of Anesthesiologists)-Physical Status I bis III, bei denen eine elektive Operation in Vollnarkose durchgeführt werden sollte. Vor dem Eingriff wurde bei allen Probanden mittels Ultraschall der maximale Durchmesser der V. cave inferior (dIVCmax) sowie der „Collapsibility Index" (CI) der Vene bestimmt und vor Narkoseeinleitung der mittlere Blutdruck dokumentiert. Letzterer wurde auch nach Anästhesie-Beginn gemessen und weiter für die Dauer von 10 Minuten nach Intubation aufgezeichnet. Als Hypotonie definierten die Forscher eine Abnahme des mittleren Blutdrucks um mehr als 30 % seit Beginn der Messungen oder einen mittleren Blutdruck von weniger als 60 mmHg. In 13,5 % der Fälle konnte die V. cave inferior nicht dargestellt werden, so dass nur die Daten von 90 Patienten zur Auswertung kamen. Die Analysen ergaben, dass 42 der 90 Studienteilnehmer nach der Narkoseeinleitung eine Hypotonie entwickelt hatten. Die AUCs (= Areas under the curve) mit einem 95 % Konfidenzintervall lagen im Falle des CI bei 0.90 und bezüglich des dIVCmax bei 0.76. Die optimalen Cutoff-Werte betrugen 43 % (CI) und 1,8 cm (dIVCmax). Die Grauzone für die CI lag bei 38 bis 43 % und umfasste 12 % der Patienten, die des dIVCmax bei 1,5 bis 2,1 cm und betraf 59 % der Studienteilnehmer. Nach Adjustierung für andere Einflussfaktoren zeigte sich, dass der „Collapsibility Index" der V. cave inferior ein unabhängiger Prädiktor für eine Hypotonie der Patienten nach der Narkoseeinleitung war, und zwar mit einer Odds ratio von 1.17. Der CI war außerdem positiv mit einer prozentualen Abnahme des mittleren Blutdrucks assoziiert (Regressions-Koeffizient = 0.27).

Fazit

Die präoperative Messung des „Collapsibility Index" der Vena cave inferior mittels Sonographie ist als Prädiktor für das Auftreten einer Hypotonie nach der Einleitung einer Allgemeinanästhesie gut geeignet, so die Wissenschaftler.

(drs/map)
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Quellen-URL (abgerufen am 25.04.2019 - 03:46): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Intensivmedizin/Praeoperative-Sonographie-Untersuchung-der-Vena-cave-inferio.htm
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