Pilotstudie: Auswirkungen von Ketamin auf die kognitive Funktion von geriatrischen Patienten mit einer Augenoperation?

Die Verabreichung von Ketamin in einer Dosierung von 0,3 mg/kg während einer Augen-Operation bei geriatrischen Patienten führt postoperativ zu einer Verbesserung des kognitiven Status der Senioren und Seniorinnen und senkt den Bedarf an Anästhetika. Eine Zunahme des intraokulären Drucks oder eine Veränderung der hämodynamischen Variablen ist dabei nicht zu beobachten. Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler des Instituto Mexicano del Seguro Social in Mexico City, Mexico, im Rahmen einer doppelblinden Pilot-Studie mit 80 geriatrischen Patienten, die sich einer Augen-Operation unterziehen mussten. Die Forscher teilten die Probanden randomisiert in zwei Gruppen ein. Gruppe 1 bestand aus Patienten, die während des Eingriffs Ketamin in einer Dosierung von 0,3 mg/kg verabreicht bekamen, in Gruppe 2 waren Personen, denen lediglich eine physiologische Kochsalzlösung infundiert wurde. Insgesamt 65 Patienten (33 in der Ketamin-Gruppe und 32 in der Kontroll-Gruppe) führten die Studie zu Ende. Der kognitive Zustand der Studienteilnehmer wurde mit einer verkürzten Version des SPMSQ-Fragebogens (= Short Portable Mental Status Questionnaire) ermittelt. Zudem dokumentierten die Experten den Grad der Analgesie und der Sedierung, den intraokulären Druck der Patienten sowie die hämodynamischen Variablen. In Bezug auf die präoperative kognitive Verfassung der Studienteilnehmer waren keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Gruppen festzustellen. Die postoperativen Untersuchungen ergaben jedoch, dass nur die Patienten der Ketamin-Gruppe nach dem Eingriff eine Verbesserung der Kognition aufwiesen. Eine Zunahme des intraokulären Drucks oder ein sekundärer Nystagmus waren nicht zu beobachten. Die durchschnittlichen Midazolam-Dosen, die benötigt wurden, waren zwar in der Kontrollgruppe etwas höher als in der Ketamin-Gruppe, wobei dieser Unterschied jedoch statistisch nicht signifikant war. Außerdem zeigte sich, dass die Patienten, die Ketamin erhalten hatten, nach dem Eingriff weniger Schmerzen hatten als die Vergleichspersonen. Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen in Bezug auf den Sedierungsgrad oder die hämodynamischen Variablen fanden sich nicht.

Die Forscher empfehlen nun allerdings, noch weiterführende Studien zum Thema durchzuführen, weil in der aktuellen Arbeit nur die unmittelbaren Effekte der Ketamin-Gabe bei geriatrischen Patienten analysiert wurden.

(drs/map)
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Quellen-URL (abgerufen am 23.03.2019 - 23:40): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Intensivmedizin/Pilotstudie--Auswirkungen-von--Ketamin-auf-die-kognitive-Fun.htm
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