Analgesie in der Notaufnahme bei Patienten mit Nierenkolik: Intravenöse Lidocain-Ketorolac-Kombination versus andere Analgetika in Monotherapie
Die kombinierte intravenöse Gabe von Lidocain und dem nichtsteroidalen Antiphlogistikum Ketorolac bei Patienten, die sich in der Notaufnahme mit dem Verdacht auf eine Nierenkolik vorstellen, führt offenbar zu einer besseren Analgesie als eine alleinige Lidocain-Gabe. Vorteile dieser Kombinationstherapie gegenüber einer intravenösen Ketorolac-Monotherapie bestehen dagegen nicht. Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler des Department of Emergency Medicine, Maimonides Medical Center in Brooklyn, NY, USA, im Rahmen einer randomisierten Doppelblindstudie mit 150 Patienten mit dem Verdacht auf eine Nierenkolik, die primär in der Notaufnahme behandelt wurden. Im Einzelnen wurde in dieser Studie bei den betroffenen Personen der analgetische Effekt einer Kombination von intravenösem Lidocain (1,5 mg/kg) mit Ketorolac (30 mg) mit dem Effekt von Lidocain und Ketorolac alleine verglichen. Primäres Endziel war der Unterschied hinsichtlich der Schmerz-Scores zwischen den einzelnen Gruppen 30 Minuten nach der jeweiligen Schmerzmittel-Gabe. Sekundäre Endziele beinhalteten eine vergleichende Reduktion der Schmerz-Scores in jeder Gruppe vom Zeitpunkt vor Beginn der Therapie bis 30 und 60 Minuten nach der intravenösen Verabreichung der Schmerzmedikation sowie die Raten an unerwünschten Nebenwirkungen und der Bedarf an Notfall-Analgetika nach 30 und 60 Minuten. Die 150 Studienteilnehmer wurden in 3 Gruppen zu je 50 Personen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt die intravenöse Kombinationstherapie, die zweite Gruppe nur Lidocain und die dritte Gruppe ausschließlich Ketorolac. Die Auswertung des gesammelten Datenmaterials ergab, dass die Differenz der durchschnittlichen Schmerz-Scores 30 Minuten nach der Schmerzmittelgabe zwischen der Lidocain-Gruppe und der Lidocain/Ketorolac-Gruppe - 2,89 Punkte, zwischen der Ketorolac- und der Lidocaine/Ketorolac-Gruppe - 0,92 Punkte und zwischen der Ketorolac- und der Lidocain-Gruppe - 1,98 Punkte betrug. Ein vergleichbarer Anteil an Patienten aus jeder der drei Gruppen benötigte nach 30 und nach 60 Minuten noch zusätzliche Schmerzmittel. Klinisch bedeutende Veränderungen der Vitalzeichen waren bei keinem der Patienten zu beobachten und auch ernsthafte Nebenwirkungen der Therapien traten nicht auf. Die am häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen der Schmerzmittelgaben waren Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen. Bei Patienten, die sich mit dem Verdacht auf eine Nierenkolik in der Notaufnahme einfinden, führt die kombinierte intravenöse Gabe von Lidocain/Ketorolac zu einer besseren Analgesie als eine alleinige Lidocain-Gabe, so die Studienautoren. Gegenüber einer intravenösen Ketorolac-Monotherapie habe diese Kombinationstherapie allerdings keinen wesentlichen Vorteil.
(drs)
Zurück zur Startseite
MFA-Heute
Weitere Newsmeldungen
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 25.04.2019 - 04:37): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Intensivmedizin/Analgesie-in-der-Notaufnahme-bei-Patienten-mit-Nierenkolik--.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239