Neurochirurgische Operation ist beste Therapieoption bei TSH-sezernierendem Hypophysentumor
Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Hospital Universitario Virgen del Rocío/CSIC/Universidad de Sevilla in Spanien berichten in einem publizierten Beitrag der Zeitschrift „World neurosurgery“ von den Ergebnissen einer deskriptiven retrospektiven Studie, in der sie das operative Outcome und die Behandlungsmöglichkeiten von TSH-sezernierenden Hypophysentumoren genauer untersucht hatten. Teilnehmer der Studie waren alle Patienten mit einem TSH-sezernierendem Hypophysentumor, die sich im Zeitraum zwischen 2004 und 2016 in der Endocrinology and Nutrition Unit of the Virgen del Rocío University Hospital in Sevilla einer transsphenoidalen Operation unterzogen hatten. Das Durchschnittsalter der Patienten bei Diagnosestellung lag im Mittel bei 37 Jahren. Die durchschnittliche Dauer von Beginn der Symptome an bis zur Diagnose betrug 13 ± 10 Monate. 4 Patienten zeigten Symptome, die auf einen Hyperthyreoidismus hindeuteten (ein Patient hatte eine Tachykardie). 3 Studienteilnehmer wiesen Symptome auf, die durch eine Schwellung bedingt waren (visuelle Beeinträchtigungen und Kopfschmerzen) und bei weiteren 3 Patienten wurde die Diagnose anhand von Initialbefunden im Rahmen einer Routine-Untersuchung gestellt (hohe fT4-Spiegel). Insgesamt 8 Patienten hatten ein Makro- und 2 ein Mikroadenom. In 5 Fällen wurde eine konventionelle Hypophysen-Operation durchgeführt und 5 Personen unterzogen sich einer ausgedehnten endoskopischen transsphenoidalen Operation. Die weiteren Analysen ergaben, dass 6 Patienten nach der Operation als geheilt galten. Die anderen Studienteilnehmer erhielten anschließend eine Radiotherapie und/oder Somatostatin-Analoga. Analysen einer SSTR-Expression mittels Immunhistochemie konnten bei 6 Tumoren erfolgreich durchgeführt werden. Diese Studienergebnisse bestätigen die klinische und hormonelle Heterogenität, die durch TSH-sezernierende Hypophysentumore verursacht wird, so die Autoren. Den Experten zufolge ist die Operation die Therapieoption der ersten Wahl. Außerdem habe man zeigen können, dass die Heilungsraten denen früherer Untersuchungen entsprechen und dass SSTR2 und SSTR3 in den TSH-sezernierenden Hypophysentumoren hochexprimiert sind.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 12.11.2019 - 17:03): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Chirurgie/Neurochirurgische-Operation-ist-beste-Therapieoption-bei-TSH.htm
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