Intrathekale Morphin-Injektion verringert postoperative Schmerzen nach Fusion der Lendenwirbelsäule
Eine einmalige intrathekale Injektion von 0,2 mg Morphin verringert sicher postoperative Schmerzen nach einer Fusionsoperation der Lendenwirbelsäule. Dies konnten kanadische Forscher der University of Manitoba, Winnipeg und der University of Calgary Cumming School of Medicine in Calgary, Alberta im Rahmen einer vor Kurzem in der Zeitschrift „Neurosurgery“ publizierten Studie zeigen. Teilnehmer waren 150 Patienten, die sich einer elektiven instrumentellen Fusion der Lendenwirbelsäule unterzogen und unmittelbar vor dem operativen Wundverschluss einmalig eine intrathekale Injektion von 0,2 mg Morphin oder eine Plazebo-Injektion erhielten. Primäres Endziel der Studie war der Schmerzgrad auf der VAS (= visuelle Analogskala) während der ersten 24 postoperativen Stunden. Sekundäre Endziele waren eine mögliche Atemdepression, behandlungsassoziierte Nebenwirkungen, der postoperative Opioid-Bedarf und die Dauer des stationären Aufenthaltes. Die bei Studieneintritt vorliegenden Merkmale der beiden Gruppen waren ausgeglichen. Es zeigte sich, dass das intrathekale Morphin sowohl den Ruhe- als auch den Bewegungsschmerz während der ersten 24 Stunden nach dem Eingriff deutlich verringerte. Ein erhöhtes Risiko für eine Atemdepression durch die intrathekale Morphin-Injektion war nicht festzustellen. Zwar benötigten die Patienten der Morphingruppe auch postoperativ weniger Opioide, die Dauer ihres stationären Aufenthaltes war jedoch ebenso lang wie die der Kontrollpersonen. Außer, dass die Patienten mit der intrathekalen Morphin-Injektion tendenziell häufiger eine intermittierende Katheterisierung benötigten, zeigte sich auch kein signifikanter Unterschied in puncto behandlungsassoziierte Nebenwirkungen zwischen der Verum- und der Plazebo-Gruppe. Die Vorteile der intrathekalen Morphingabe auf die postoperativen Schmerzen betrafen allerdings nur die ersten 48 Stunden nach dem Eingriff. Eine einmalige intrathekale Injektion von 0,2 mg Morphin ist eine effektive Methode, um postoperative Schmerzen nach einer Fusionsoperation der Lendenwirbelsäule zu verringern, so die Autoren.
(drs)
Zurück zur Startseite
GOÄ Praxisleitfaden Kopfschmerz
Weitere Newsmeldungen
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 16.11.2018 - 17:12): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Chirurgie/Intrathekale-Morphin-Injektion-verringert-postoperative-Schm.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239