Gamma-Knife-Chirurgie bei Patienten mit rezidivierender Trigeminus-Neuralgie nach vorangegangener mikrovaskulärer Dekompression effektiv
Auch wenn die mikrovaskuläre Dekompression (MVD) und die Gamma-Knife-Chirurgie beide führende Behandlungsmethoden der Trigeminusneuralgie sind, so benötigen doch manche Patienten nach einer Ersttherapie wegen eines Neuralgie-Rezidivs noch weitere operative Eingriffe. Wissenschaftler des West China Hospital der Sichuan University und des First Affiliated Hospital der GuangZhou Medical University in China haben nun in einer Studie die Effektivität und Sicherheit der Gamma-Knife-Chirurgie bei Patienten mit einer rezidivierenden Trigeminusneuralgie, die zuvor mit der MVD behandelt worden waren, genauer untersucht. Teilnehmer der Studie waren 658 Patienten mit einer Trigeminusneuralgie, die sich im West China Hospital im Zeitraum zwischen Oktober 2008 und Juni 2015 ausschließlich einer Gamma-Knife-Operation unterzogen hatten und 42 Patienten, die vor der Gamma-Knife-Operation bereits mit der MVD behandelt worden waren. Das 4 mm-Isozentrum lag bei allen Patienten beim zisternen Teil der Nervus trigeminus. Die verschriebene Dosis der Gamma-Knife-Operation betrug im Mittel 85 Gy. Das durchschnittliche Follow-up lag bei 6, 2 Jahren. Die Auswertung der gesammelten Studiendaten ergab, dass der Anteil der Patienten, die innerhalb von einem Jahr schmerzfrei waren, in der Gruppe mit der alleinigen Gamma-Knife-Chirurgie (Gruppe 1) bei 74,74 % und in der mit der vorangegangenen MVD (Gruppe 2) bei 56,81 % lag. Die 10-Jahres-Rezidivraten betrugen in Gruppe 2 49,11 % und in Gruppe 1 43,74 %. Bei 9,52 % der Studienteilnehmer der Gruppe 2 und bei 11,04 % der Gruppe 1 traten im Langzeitverlauf Komplikationen als Folge der Gamma-Knife-Operation auf. Außerdem zeigte sich, dass Patienten, die zuvor mit der MVD behandelt worden waren, deutlich seltener schmerzfrei wurden als diejenigen ohne MVD. Eine statistische Signifikanz in Bezug auf die Rezidiv-Raten oder hinsichtlich von Komplikationen im Langzeitverlauf waren in den beiden Gruppen allerdings nicht zu beobachten. Für Patienten mit einer rezidivierenden Trigeminusneuralgie, die mit der mikrovaskulären Dekompression behandelt wurden, bleibt die Gamma-Knife-Operation eine effektive und sichere Therapieoption, so die Wissenschaftler.
(drs)
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