Aktuelles Verbundprojekt: Neues Hochfrequenz-OCT bei neurochirurgischen Operationen

Jährlich werden in Deutschland etwa 43.000 onkologische Neuerkrankungen im zentralen Nervensystem (ZNS) diagnostiziert, die häufig mit mikrochirurgischen Tumorresektionen am ZNS indiziert sind. Das Problem hierbei ist die oft schlechte Erkennbarkeit von Tumor, Gefäßverläufen und Tumorgrenzen in Abgrenzung zum gesunden Gehirngewebe. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ein Verbundprojekt zur dreidimensionalen Echtzeit-Mikroskopie bei neurochirurgischen Operationen. Im Verbund sind die Klinik für Neuro-Chirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, das Institut für Biomedizinische Optik der Universität zu Lübeck und das Medizinische Laserzentrum Lübeck. In dem Lübecker Projekt soll das gängige Verfahren der intraoperativen Fluoreszenz mit zwei neuen unterschiedlichen intraoperativen Bildgebungsverfahren verglichen werden, und zwar mit der bereits in der Neurochirurgie „als Prototyp“ vorhandenen optischen Kohärenztomographie (OCT) (spectral domain OCT bei 800 Nanometer Wellenlänge), bei der dem Operateur ein Tiefenquerschnitt dargestellt wird, sowie mit einer innovativen Hochfrequenz-OCT (MHz-swept source OCT bei 1300 Nanometer Wellenlänge), entwickelt von Prof. Robert Huber, Leiter des Teilprojekts des Instituts für Biomedizinische Optik. Mithilfe der neuen Technologie sollen die ZNS-Tumoren künftig radikaler reseziert und dabei gleichzeitig gesundes Hirngewebe geschont werden. Dadurch sollen frühe Tumorrezidive verhindert und die Lebensqualität für die Patienten verbessert werden. Die Förderung durch das BMBF beträgt 2,291 Millionen Euro für die Zeit von Oktober 2017 bis September 2020. Verbundleiter ist Dr. med. Matteo Mario Bonsanto, Klinik für Neurochirurgie in Lübeck.

Quelle: PI der Universität zu Lübeck

(bd)
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Quellen-URL (abgerufen am 19.07.2018 - 05:57): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Chirurgie/Aktuelles-Verbundprojekt--Neues-Hochfrequenz-OCT-bei-neuroch.htm
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