Kinderonkologische Forschung wird vom Charité-Netzwerk PECT-EAST ausgebaut
Die Deutsche Krebshilfe fördert das Charité-Netzwerk PECT-EAST ab dem 1. September 2022 über fünf Jahre mit insgesamt 2,5 Millionen Euro. Das von der Kinderonkologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin geleitete Netzwerk „PECT-EAST“ ist dabei als Pilotzentrum ausgewählt worden.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 2.300 Kinder und Jugendliche neu an Krebs. Während bei einer erfolgreichen Ersttherapie die Heilungschancen bei rund 80 Prozent liegen, bleibt die Überlebensrate bei Kindern und Jugendlichen, die einen Rückfall erleiden oder auf die Behandlung nicht ansprechen, sehr schlecht. Durch den Aus- und Aufbau einer Infrastruktur in pädiatrisch-onkologischen Zentren und ihren regionalen Netzwerken sollen nun frühe klinische Studien ermöglicht und innovative Behandlungen weiterentwickelt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Netzwerk ‚PECT-EAST‘ als eines von zwei Pilotzentren vom internationalen Gutachtergremium zur Förderung empfohlen wurde“, sagt Prof. Dr. Angelika Eggert, Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie an der Charité. „In drei großen klinischen Programmen, die speziell auf Blutkrebs, solide Tumore und Hirntumore zugeschnitten sind, kann durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe jetzt die Studienaktivität deutlich erhöht werden. Wir werden ein neues und dringend benötigtes Team aus Studienärztinnen und -ärzten, Study Nurses, Dokumentaren und Psychologinnen aufbauen, das möglichst allen Kindern und Jugendlichen mit Rückfall einer Krebserkrankung ein geeignetes Therapieangebot machen kann.

Gleichzeitig werden wir die molekulare Untersuchung der Krebszellen im Gewebe und im Blut weiter optimieren.“ Die Onkologin ergänzt: „Wir erwarten, dass die Stärkung der bestehenden Infrastrukturen die Patientenrekrutierung und die klinischen Studienaktivitäten in den Netzwerken verbessern und zu einem erheblichen Nutzen für Erkrankte führen wird. Mehr Patientinnen und Patienten werden Zugang zu neuen Behandlungsformen haben, um ihre Heilungschancen mit hoffentlich weniger Nebenwirkungen und Spätfolgen der Krebsbehandlung zu verbessern.“

Über das Netzwerk „PECT-EAST“

Die Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist eines der größten Kinderkrebszentren in Deutschland und Kernzentrum des Netzwerks in Ostdeutschland.

Kontakt: Prof. Dr. Angelika Eggert, Leiterin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

t: +49 30 450 566 132 | E-Mail: angelika.eggert@charite.de

Quelle: PI Charité, 01.09.2022

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Quellen-URL (abgerufen am 30.08.2025 - 20:59): http://www.neuromedizin.de/Forschung/Kinderonkologische-Forschung-wird-vom-Charit--Netzwerk-PECT-.htm
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