MRgFUS - Eine schonende Ultraschall-Behandlungsalternative bei Parkinson-Tremor

Studienergebnisse eines Forscherteams um Dr. Casey H. Halpern von der Stanford-Universität bestätigten die Langzeitwirkung, dass das transkranielle Magnetresonanz-fokussierter Ultraschall Verfahren (tcMRgFUS) wirksam, langlebig und sicher für Parkinson-Patienten mit medikamentös-refraktärem essentiellem Zittern (ET) ist. Dies haben die klinischen Ergebnisse bei der 3-jährigen Nachbeobachtung einer kontrollierten multizentrischen prospektiven Studie ergeben.

Selbst drei Jahre nach der Behandlung war das Zittern bei der Hälfte der Studienteilnehmer noch deutlich verbessert. Auch Behinderungen und die Lebensqualität, die durch die chronische Bewegungsstörung vor dem Eingriff stark eingeschränkt war, hatten sich bei vielen Patienten noch gebessert (56 und 42 Prozent). Da der Eingriff – trotz des schonenden Verfahrens – eine umschriebene, dauerhafte Schädigung im Gehirngewebe hinterlässt, können als Nebenwirkungen Gefühls-, Gang- und Gleichgewichtsstörungen auftreten. Im Vergleich zu den Nebenwirkungen eines operativen Eingriffs sind diese jedoch eher gering.

DEGUM-Experte Professor Dr. Ullrich Wüllner, Leiter der Sektion Bewegungsstörungen an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn, macht selbst positive Erfahrungen mit dem fokussierten Ultraschallverfahren: Seit eineinhalb Jahren führt er dieses in seiner Bonner Neurologie-Abteilung durch – und konnte damit bereits 35 Patienten erfolgreich behandeln. „Bei Parkinson-Patienten, deren Tremor medikamentös nicht in den Griff zu bekommen war, zeigt die Therapie sehr gute, anhaltende Erfolge“, sagt der Neurologe. Bei Patienten mit essentiellem Tremor tritt der Tremor bei etwa 30 Prozent der Patienten im Verlauf abgeschwächt wieder auf. Dieser Langzeitverlauf wird auch in Bonn im Rahmen einer Beobachtungsstudie am Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) genau studiert.

Aufgrund der guten Erfahrungswerte, die nun erstmals auch langfristig nachgewiesen werden konnten, fordert die DEGUM eine Aufnahme der modernen Ultraschalltherapie in den Katalog der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten dafür werden von diesen derzeit noch nicht regelhaft übernommen.

Quelle: PI DEGUM, 2020

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