Bildgebung: Mit Künstlicher Intelligenz besser diagnostizieren und therapieren

Beim Kongress Ultraschall 2019 in Leipzig gehörte der Einsatz von Künstliche Intelligenz (KI) zu den Highlight-Themen. So lautete der Titel des Eröffnungsvortrags am 16.10.2019: „Chancen und Risiken von KI in der Bildgebung“. Künstliche Intelligenz ist nichts anderes als ein lernender Computer, der selbstständig auf Basis von Daten Entscheidungen treffen kann. Gerade auch in der Medizin kann dies zum enormen Vorteil für den Patienten werden.

KI-Erfolg mit ultraschall-basierter Biopsie

Wie wirkungsvoll zum Beispiel eine Kombination aus Künstlicher Intelligenz und ultraschall-basierter Biopsie bei Patienten mit Prostatatumor ist, zeigt eine Studie aus dem World Journal of Urology (Vol 16; 2018). Das Ergebnis: Bei 97 Prozent der Patienten konnte durch eine mittels KI gezielt entnommene Gewebeprobe eine so exakte Diagnose gestellt werden, dass die Betroffenen nach zwölf Jahren entweder keinen Prostatakrebs zeigten oder geheilt waren. „Die pro Patient entstehenden medizinischen Datenmengen explodieren“, erklärt Bernhard Mumm, Abteilung Strategic Innovation der TOMTEC Imaging Systems GmbH. Der Gastredner, der bei der Kongresseröffnung den Vortrag „Chancen und Risiken von KI in der Bildgebung“ halten wird, betont, dass in Zukunft kein Arzt die Zeit haben werde, tausende von Computertomografie- oder Ultraschallbilder im Detail anzuschauen und diese mit den ergänzenden Laborwerten abzugleichen. KI kann aber alle diagnostischen Parameter wie Biomarker, Blutwerte, Risikofaktoren, Ultraschallaufnahmen und andere Bilddaten zusammenfassen und mit großen Datenbanken vergleichen. Zudem wird medizinisches Personal immer knapper. „Gemäß einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden in 15 Jahren weltweit rund 13 Millionen Ärzte und medizinisches Personal fehlen“, so Mumm. „Hier kann KI helfen, die medizinische Versorgung zu verbessern und auch die Kosten der Gesundheitsversorgung zu senken.“ Die große Hoffnung ist also, dass KI die Medizin nicht nur besser, sondern auch bezahlbarer macht.

Künstliche Intelligenz Probleme und Ängste

Wie jede neue Technologie löst auch Künstliche Intelligenz Probleme und Ängste aus. „Viele Fragen sind noch nicht gelöst, wie etwa rechtliche und regulatorische Probleme, Datenschutz oder Haftungsfragen“, sagt Bernhard Mumm. Wer haftet zum Beispiel bei einer falschen Diagnose des KI-Algorithmus? Und müssen Mediziner Angst vor der Künstlichen Intelligenz haben? „Ich glaube“, so Mumm, „dass es die KI dem Arzt ermöglicht, wieder mehr Zeit für den Patienten und schwierige Fälle zu haben, weil sie die Routinediagnostik übernehmen kann.“

Mit KI besser diagnostizieren und therapieren

Krebserkrankungen wesentlich früher erkennen als bisher?! Dank maschinengestützter Analyse von Bilddaten – wie Ultraschallbildern – wird das möglich. Der lernende Computer wertet eine große Anzahl diagnostischer Daten und Laborwerte aus. Diese Form der Künstlichen Intelligenz (KI) sorgt derzeit reihenweise für Erfolgsmeldungen.

Quelle: DEGUM

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