Verletzte Männer bei rettendem Medikament bevorzugt

Das lebensrettende Medikament Tranexaminsäure kann weltweit das Leben von Tausenden von Unfallopfern retten. Das haben Studienergebnisse gezeigt. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass Frauen im Vergleich zu Männern seltener mit dem Medikament behandelt werden. Obwohl Tranexaminsäure bei den beiden Geschlechtern gleich wirksam ist und das Sterberisiko um bis zu 30 Prozent verringert. Dies konnten Forscher der London School of Hygiene & Tropical Medicine und des University Hospitals Plymouth NHS Trust in einer aktuellen Studie nachweisen.

Für Forscher Ian Roberts von der London School of Hygiene & Tropical Medicine geben die Ergebnisse Anlass zu großer Besorgnis. "Frauen wurden unabhängig von ihrem Sterberisiko aufgrund der Blutungen und der Schwere ihrer Verletzungen seltener behandelt. Das sieht nach sexueller Diskriminierung aus." Tim Nutbeam vom University Hospitals Plymouth NHS Trust zufolge sind die Ergebnisse auffallend, aber leider nicht überraschend. Es sei bereits bekannt, dass Frauen mit Schmerzen im Brustbereich weniger wahrscheinlich Aspirin erhalten, außerhalb des Krankenhauses nach einem Herzstillstand weniger wahrscheinlich wiederbelebt werden und weniger wahrscheinlich mit Sirenen und Blaulicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Forschungsergebnisse wurden im "British Journal of Anaesthesia" veröffentlicht. 

Anlass zu großer Besorgnis.

Ian Roberts nach geben die Ergebnisse Anlass zu großer Besorgnis. Bei Tranexamsäure handelt es sich um das einzige erwiesenermaßen lebensrettende Medikament bei traumatischen Blutungen. "Frauen wurden unabhängig von ihrem Sterberisiko aufgrund der Blutungen und der Schwere ihrer Verletzungen seltener behandelt. Das sieht nach sexueller Diskriminierung aus." Tim Nutbeam vom University Hospitals Plymouth NHS Trust zufolge sind die Ergebnisse auffallend, aber leider nicht überraschend.

Studie

Als erstes wurden die Daten von zwei großen randomisierten Studien mit mehr als 20.000 erwachsenen Traumaopfern analysiert. Im nächsten Schritt wurden dann die Daten von 216.000 Verletzten untersucht, die in der Datenbank "Trauma Audit Research Network" für England und Wales enthalten sind.

(pte/bd)
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