Verbesserte regionale zerebrale Sauerstoffsättigung nach dekompressiver Kraniektomie bei maligner zerebraler Venenthrombose
Die dekompressive Kraniektomie ist eine lebensrettende Maßnahme bei maligner zerebraler Venenthrombose. Wissenschaftler des Department of Anaesthesia, M.S. Ramaiah Medical College und des Department of Neuroanaesthesia and Neurocritical Care, National Institute of Mental Health and Neurosciences in Bengaluru, Indien, haben nun in einer prospektiven Kohortenstudie untersucht, ob sich, wie sie vermuten, bei Patienten mit einer malignen zerebralen Venenthrombose die regionale zerebrale Sauerstoffsättigung (rSO2) nach einer dekompressiven Kraniektomie tatsächlich verbessert. Teilnehmer waren 17 betroffene Patienten im durchschnittlichen Alter von 39,2 ± 12,4 Jahren, die sich in einem Zeitraum von 6 Monaten einer dekompressiven Kraniektomie unterzogen. Bei allen Probanden wurde in beiden Hirnhälften vor und nach der Kraniektomie mittels Nahinfrarotspektroskopie die regionale zerebrale Sauerstoffsättigung des Gewebes gemessen und aufgezeichnet. Außerdem sammelten die Forscher zeitgleich Daten zu Faktoren, die die rSO2 möglicherweise beeinflussen konnten, wie die Werte des systolischen Blutdrucks, des PaO2 und des PaCO2 sowie des Hämoglobins. Primäres Endziel waren die prä/postinterventionellen Veränderungen der rSO2 in der ipsilateralen zerebralen Hemisphäre. Sekundäre Endziele waren die stationäre Mortalität und die Dauer des postoperativen Krankenhausaufenthaltes. Die Datenauswertung ergab, dass die prä/postinterventionelle rSO2-Veränderung in der Hirnhälfte mit der zerebralen Venenthrombose signifikant war. Ein Patient verstarb im Krankenhaus. Unterschiede in der Dauer des postoperativen stationären Aufenthaltes zwischen Patienten mit einer präoperativen rSO2 < 60 % und denen mit einer rSO2 > 60 % waren nicht festzustellen. Auch fand sich keine Korrelation zwischen dem PaO2, dem PaCO2, dem systolischen Blutdruck sowie dem Hämoglobin und dem rSO2. Patienten mit einer malignen zerebralen Venenthrombose haben eine geringere regionale zerebrale Sauerstoffsättigung in der ipsilateralen Seite der Läsion, die sich jedoch nach einer dekompressiven Kraniektomie signifikant verbessert, so die Wissenschaftler. Die präoperative regionale zerebrale Sauerstoffsättigung korreliere allerdings nicht mit der Dauer des stationären Aufenthaltes.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 19.04.2018 - 13:45): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Intensivmedizin/Verbesserte-regionale-zerebrale-Sauerstoffsaettigung-nach-de.htm
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