Forscher haben neues Antibiotika-Medikament gegen antibiotika-resistente Bakterien entwickelt

Das Problem mit den heutig eingesetzen Antibiotika ist, dass die Bakterien sich so verändern, dass sie nicht nur gegen ein bestimmtes Antibiotikum resistent werden, sondern gegen eine ganze Familie. Aus diesem Grund kann nur eine völlig neue Klasse von Medikamenten Hilfe bringen. Nun wollen belgische Wissenschaftler der Katholischen Universität Leuven diese gefunden haben. Sie haben ein neues Medikament entwickelt, das gegen ganze Familien von antibiotikaresistenten Bakterien wirkt. Es dringt in die Bakterien ein und sorgt dort für eine Zusammenballung von Proteinen, also Eiweißen. Dieser Prozess ähnelt dem, was beim Kochen von Eiern passiert: Das Eiweiß wird fest. Das neue Medikament braucht dazu keine Wärme. Dennoch verklumpen die Proteine, die für die Bakterien eine essenzielle Bedeutung haben, etwa beim Stoffwechsel. Jetzt können sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, sodass das Bakterium abstirbt.

Weil Antibiotikaresistenzen zunehmen, sind neue Medikamente nötig. Denn Bakterien entwickeln ständig neue Strategien, um zu überleben, sodass immer mehr Patienten an unheilbaren Infektionen sterben. "Wenn wir nicht bald neue Medikamente haben, fallen wir auf den Behandlungsstandard der 1940er-Jahre zurück", befürchten die Wissenschaftler. Vor allem die sogenannten gramnegativen Bakterien bereiten den Medizinern weltweit Sorgen, weil sie vor allem in Krankhäusern wüten, mit oft tödlichen Folgen. Zu dieser Gruppe gehört Escherichia coli, ein für den Darm wichtiges Bakterium. Es gibt jedoch Stämme, die pathogen sind, also Infektionen innerhalb und außerhalb des Darms auslösen können.

Die Wissenschaftler am Flämischen KU-Löwen-Institut für Biotechnologie in Gent und der Universitätsklinik Leuven wollen das neue Medikament zusammen mit dem belgischen Start-up-Firma Aelin Therapeutics, Leuven, zur Marktreife bringen. Das Unternehmen plant die Entwicklung zahlreicher Antibiotika auf gleicher Basis. Damit sollen zahlreiche andere Infektionskrankheiten behandelbar werden.

Originalarbeit:

Aggregating sequences that occur in many proteins constitute weak spots of bacterial proteostasis

(pte/map)
Zurück zur Startseite
Weitere Newsmeldungen
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 25.06.2018 - 09:45): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Intensivmedizin/Forscher-haben-neues-Antibiotika-Medikament-gegen-antibiotik.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239