Berliner Start-up entwickelt eine Therapie mit Virtual Reality gegen reale Ängste

Die neue Berliner Start-up „neomento GmbH“ entwickelt Virtual-Reality-Szenarien für die Behandlung sozialer Phobien ein Überbegriff für psychische Störungen, die bei Begegnungen und im Zusammenspiel zwischen Menschen auftreten. neomento GmbH ist eine Ausgründung des DZNE. Der Clou der Technologie von neomento: Eine Therapie mit Virtual Reality lässt sich einfacher umsetzen als konventionelle Verhaltenstherapien und zugleich flexibler an die individuellen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten anpassen.

Das VR-System von neomento ist als Medizinprodukt zugelassen und wird in Kooperation mit dem DZNE weiterentwickelt und vermarktet. „Wir sehen uns als Dienstleister für psychotherapeutische Praxen und Kliniken“, sagt Prof. Thomas Wolbers. Als Mitgründer von neomento und „Chief Science Officer“ ist er für die Forschung und Produktentwicklung des Unternehmens maßgeblich verantwortlich.

Hilfsmittel für die Therapie

Personen mit sozialer Phobie werden in Situationen, in denen sie anderen Menschen begegnen, oft von Ängsten oder Selbstzweifeln geplagt: So kann beispielsweise in der Öffentlichkeit zu reden, Fremde anzusprechen oder selbst das Fahren in der U-Bahn erheblichen Stress verursachen, negative Gefühle auslösen und sie daran hindern, alltägliche Situationen zu bewältigen. „Die Betroffenen versuchen, solchen Geschehnissen aus dem Weg zu gehen. Diese Vermeidungsstrategie kann sie beruflich und privat massiv beeinträchtigen und sich letztlich auf ihren gesamten Alltag negativ auswirken“, sagt Wolbers.

In der virtuellen Umgebung, die neomento bereitstellt, können Patientinnen und Patienten – unterstützt von einer therapeutischen Fachkraft – lernen, mit solchen Ereignissen besser umzugehen. „Mit unserem System stellen wir Therapeuten und Patienten ein Instrument zur Verfügung, das sie beim Erreichen ihrer Therapieziele effektiv unterstützt. Wirksamkeit und Nutzen der VR-Therapie sind wissenschaftlich erwiesen. In den Leitlinien zur Behandlung von Angststörungen wird die VR-Therapie explizit empfohlen. Noch ist diese Therapieform aber wenig verbreitet, da die benötigte Technologie erst seit wenigen Jahren marktfähig ist“, so Wolbers.

Quelle: PI neomento GmbH, DZNE, 2022

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