Häufig depressive Symptome bei Müttern mit früheren Essstörungen

Frühere Studien hatten nahegelegt, dass sich Symptome einer Depression bei Frauen mit Essstörungen nach dem Zeitraum während der Schwangerschaft und nach der Geburt verbessern. Dies scheint sich nach einer neuen Kohorten-Studie von englischen Forschern des University College London nicht zu bestätigen. Die Wissenschaftler haben dazu Daten der ALSPAC*-Kohortenstudie ausgewertet, die einen langen Zeitraum von 18 Jahren umfasst. In dieser Stichprobe sind auch die Angaben von 9.276 Frauen enthalten. Es zeigte sich, dass Frauen, die je an Anorexia nervosa oder Bulimie gelitten hatten, im Verlauf dieser 18 Jahre mehr depressive Symptome aufwiesen.

Laut Forschungsleiterin Dr. Francesca Solmi legen diese Studienergebnisse nahe, dass sich Frauen mit einer Essstörung nicht vollständig davon erholen. Eine Vergangenheit mit Essstörungen und Probleme mit dem Körperbild vor oder nach der Schwangerschaft stehen mit späteren Symptomen einer Depression bei Müttern in Zusammenhang. Frauen, die zu einem Zeitpunkt vor der Geburt an einer Essstörung litten, hatten auch während der Schwangerschaft und bis zu 18 Jahre nach der Geburt eher Symptome einer Depression.

Essstörungen frühzeitig behandeln

Dr. Solmi zufolge stehen Symptome einer Depression bei Müttern mit einer Reihe von negativen Folgen auf die Kinder in Verbindung. Dazu gehören Probleme im emotionalen Bereich und beim Verhalten. "Es ist daher wichtig, dass Essstörungen frühzeitig behandelt werden, da sie eine mögliche Ursache für Depressionen sein können." Schwangere mit einer Essstörung sollten identifiziert werden, damit sie psychologische Betreuung erhalten. Davon würden Mutter und Kind profitieren.

*(ALSPAC=Avon Longitudinal Study of Parents and Children)

Die Studienergebnisse wurden im "British Journal of Psychiatry" veröffentlicht.

(pte/map)
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