Pränataler Stress der Mutter erhöht Risiko für Persönlichkeitsstörungen bei den Kindern
Dass es einen Zusammenhang zwischen pränatalem Stress der Mutter und der Entwicklung von psychotischen, depressiven und Angst-Erkrankungen bei den Kindern gibt, ist schon länger bekannt. Eine mögliche Assoziation zwischen dem pränatalen Stress und Persönlichkeitsstörungen bei den Kindern wurde allerdings bis heute noch nicht genauer untersucht. Dieser Frage sind nun Wissenschaftler des Royal College of Surgeons in Irland, des Department of Clinical Neuroscience, Karolinska Institute in Schweden und des National Institute for Health and Welfare in Finnland in einer Studie nachgegangen. Mit Hilfe eines logistischen Regressionsmodells untersuchten die Forscher in einer Gruppe von 3.626 Fällen einer großen finnischen Geburtenkohorte die Assoziationen zwischen mütterlichem Stress in der Schwangerschaft und Persönlichkeitsstörungen bei ihrer Nachkommenschaft. Die Angaben der Mütter wurden monatlich bei jedem Vorsorgetermin in der Schwangerschaft gesammelt, Informationen über die Familie und das Outcome erhielten die Forscher über eine Datenverknüpfung mit dem finnischen Krankenhausentlassungs- und dem finnischen Bevölkerungsregister. Es zeigte sich, dass Kinder, die während der Schwangerschaft mütterlichem Stress ausgesetzt waren, im Vergleich zu den diesbezüglich nicht exponierten Kindern, ein 3 Mal so hohes Risiko dafür hatten, eine Persönlichkeitsstörung zu entwickeln. Diejenigen Nachkommen, deren Mütter schweren Stress gehabt hatten, wiesen sogar eine 7-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit auf, eine Persönlichkeitsstörung zu entwickeln. Diese Assoziationen blieben auch nach Adjustierung für eine psychiatrische Vorerkrankung der Eltern, komorbide psychiatrischen Diagnosen sowie einen pränatalen Nikotinkonsum und antenatale Depressionen der Mutter signifikant. Das Fazit der Studienautoren: Eine mütterliche Stress-Exposition während der Schwangerschaft erhöht die Wahrscheinlichkeit bei den Nachkommen, an einer Persönlichkeitsstörung zu erkranken, und zwar unabhängig von anderen psychiatrischen Erkrankungen.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 16.12.2019 - 07:21): http://www.neuromedizin.de/Kinder--u--Jugendpsychiatrie/Praenataler-Stress-der-Mutter-erhoeht-Risiko-fuer-Persoenlic.htm
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