Welche Auswirkungen hat es in der Virtuellen Realität (VR) länger zu arbeiten?

In einer Studie verglichen internationale Forschende die Arbeit in virtueller Realität mit der Arbeit in einer Nicht-VR-Umgebung. Ziel war, die grundlegenden Kosten der VR-Nutzung zu quantifizieren. VR bietet zwar potenziell Vorteile wie beispielsweise die Möglichkeit, mit mehreren virtuellen Monitoren zu arbeiten. Diese wurden in der Studie allerdings bewusst außen vorgelassen. Die Bedingungen beider Arbeitsumgebungen sollten so ähnlich wie möglich gestaltet sein. Und dabei kam heraus, dass VR bei den meisten Messgrößen zu deutlich schlechteren Bewertungen führt.

Dazu gehören eine höhere selbst eingeschätzte mentale Belastung, höhere Frustration, Überanstrengung der Augen sowie niedrigere Bewertungen der Benutzerfreundlichkeit, der wahrgenommenen Produktivität und des Wohlbefindens. Sowohl in der VR- als auch in der nicht-virtuellen Umgebung arbeiteten die 16 Teilnehmenden an fünf aufeinanderfolgenden Tagen jeweils acht Stunden - und damit war es die bisher längste Studie darüber, welche Auswirkungen das Arbeiten in VR auf NutzerInnen hat.

Die Forschenden der Hochschule Coburg, der britischen Universität Cambridge und der slowenischen Universität Primorksa fanden jedoch auch Anzeichen dafür, dass die Teilnehmenden die negativen ersten Eindrücke und das anfängliche Unbehagen allmählich überwinden. Sie argumentierten außerdem, dass NutzerIinnen bei bestimmten Aufgaben oder in bestimmten Situationen von VR profitieren können, beispielsweise bei der Verwendung mehrerer virtueller Displays während einer Zugfahrt oder bei der Arbeit mit Tabellenkalkulationen.

Dies zeigte sich bereits in vorhergehenden Arbeiten der AutorIinnen. Die neue Studie trägt dazu bei, Grundlagen für nachfolgende Forschungen zu schaffen, indem sie die derzeitigen Kosten aufzeigt sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der Erfahrung identifiziert. Der Artikel zur Studie wurde vom Journal IEEE Transactions on Visualization and Computer Graphics angenommen IEEE International Symposium for Mixed and Augmented Reality (ISMAR) vorgestellt.

Quelle: PI HS Coburg

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