Lichen planus oder sclerosus der Vulva mit Sexualfunktion, genitalem Selbstbild und erhöhtem Angstlevel assoziiert
Wissenschaftler des Department of Obstetrics and Gynecology der University of Health Sciences Istanbul und des Bakirkoy Dr. Sadi Konuk Training and Research Hospitals in Istanbul, Türkei, haben vor Kurzem in einer Studie die Sexualfunktion, das Angstlevel und das genitale Selbstbild von Frauen mit einem Lichen planus oder Lichen sclerosus der Vulva genauer untersucht. Studienteilnehmerinnen waren 178 Frauen, die sich im Zeitraum zwischen Februar 2019 und Januar 2020 in der gynäkologischen Klinik in Istanbul vorstellten. Die Patientinnen wurden in die folgenden Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 = Lichen planus der Vulva (n=21), Gruppe 2 = Lichen sclerosus der Vulva (n=59), Gruppe 3 = Pilzinfektion der Vulva (n=48) und Gruppe 4 = gesunde Kontrollpersonen (n=50). Alle Frauen wurden mit den validierten Befragungsinstrumenten „Female Sexual Function Index (FSFI)“, „Beck Anxiety Index (BAI)“ und „Female Genital Self-Image Scale (FGSIS)“ untersucht. Die Analysen der gesammelten Daten ergaben, dass es hinsichtlich des Lebensalters, der Parität, des Menopause-Status, des Body-Mass-Index (BMI), des vaginalen Geschlechtsverkehrs im vorangegangenen Monat, des Familienstandes oder des Bildungsstatus keine signifikanten Unterschiede zwischen den vier Gruppen gab. Es zeigte sich jedoch, dass statistisch signifikante Unterschied zwischen den Lichen planus- sowie den Lichen sclerosus-Gruppen und den Kontrollgruppen in puncto FSFI-Gesamt- und FSFI- Sub-Scores bestanden. Die Analysen der FGSIS- und der BAI-Scores ergaben bei den Studiengruppen ebenfalls statistisch signifikante Unterschiede. Eine positive Korrelation fand sich bei den Patientinnen mit dem Lichen planus oder sclerosus zwischen den FSFI- und den FGSIS-Scores, eine negative Korrelation hingegen zwischen den FSFI- und den BAI-Scores. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass bei Frauen mit einem Lichen planus oder sclerosus der Vulva die Erkrankung mit einer beeinträchtigten Sexualfunktion, einem schlechteren genitalen Selbstbild und einem erhöhten Angstlevel assoziiert ist, so die Autoren. Betroffene Patientinnen mit einem schlechteren genitalen Selbstbild hätten zudem häufiger sexuelle Probleme sowie Angsterkrankungen.
(drs)
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