Ist Frühgeburtlichkeit ein Risikofaktor für Depressionen in der Kinder- und Jugendzeit?

Eine Frühgeburt vor der 28. Gestationswoche scheint eine gewisse Rolle bei der Entwicklung einer Depression im Kindesalter zu spielen. Dies ist das Resultat einer Studie von Wissenschaftlern der University of Turku und des Finnish Institute for Health and Welfare in Helsinki, Finnland, sowie des Karolinska Institute in Stockholm, Schweden. Die Forscher untersuchten die Assoziationen zwischen dem Gestationsalter, einem schlechten fetalen Wachstum und Depressionen bei Personen im Alter zwischen 5 und 25 Jahren. Studienteilnehmer waren 37.682 Kinder und Jugendliche/junge Erwachsene aus dem „Care Register for Health Care“, bei denen auf Basis der International Classification of Diseases, Ninth Revision Code 2961 und der International Classification of Diseases, Tenth Revision Codes F32.0-F32.9 und F33.0-F33.9 die Diagnose einer Depression gestellt worden war und 148.795 angepasste gesunde Kontrollpersonen aus dem „Finnish Central Population Register“. Die Assoziation zwischen dem Gestationsalter bei jeder Gestationswoche, einem schlechten fetalen Wachstum und Depressionen wurde mittels konditionaler logistischer Regression ermittelt. Die Assoziationen wurden außerdem für das Alter und die Psychopathologie der Eltern, den Migrantenstatus väterlicherseits und mütterlicherseits für einen Substanzmissbrauch, eine Depression, die Anzahl früherer Geburten, den Familienstand, den sozioökonomischen Status, einen Nikotinkonsum in der Schwangerschaft und für den Geburtsort des Kindes adjustiert. In den adjustierten Modellen fand sich ein erhöhtes Risiko für Depressionen bei Kindern, die vor der 25. Woche, zum Zeitpunkt der 26. und 27. Woche sowie nach der 42. Woche zur Welt kamen. Die weiteren Analysen ergaben, dass bei Mädchen eine extreme Frühgeburtlichkeit mit einer Depressionsdiagnose im Alter zwischen 5 und 12 Jahren sowie im Alter zwischen 13 und 18 Jahren und bei Jungen eine Geburt nach dem errechneten Termin (≥ 42 Wochen) mit einer Depressionsdiagnose im Alter zwischen 19 und 25 Jahren assoziiert war. Außerdem zeigte sich, dass ein schlechtes fetales Wachstum mit einem erhöhten Depressionsrisiko bei Kindern, die zum errechneten Geburtstermin und die nach diesem Termin geboren wurden, assoziiert war.

Eine Frühgeburt vor der 28. Gestationswoche scheint eine Rolle bei der Entwicklung von kindlichen Depressionen zu spielen, so die Studienautoren. Kleinere entsprechende Effekte sind den Experten zufolge auch bei Kindern zu sehen, die nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen sind, und zwar insbesondere bei den Jungen.

(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 19.01.2022 - 17:12): http://www.neuromedizin.de/Kinder--u--Jugendpsychiatrie/Ist-Fruehgeburtlichkeit-ein-Risikofaktor-fuer-Depressionen-i.htm
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