Trotz einer zunehmenden Zahl an Medizinern wird die Zeit für die Patientenversorgung knapper. Das geht aus der Arztzahlstatistik der KBV für 2025 hervor, die jetzt veröffentlicht wurde. Die Zahl der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten ist danach im vergangenen Jahr auf 191.875 (+1,2 Prozent) gestiegen. Den größten Zuwachs verzeichnete der psychotherapeutische Bereich mit 3,7 Prozent, bei den Ärzten gab es ein Plus von 0,7 Prozent. Nur geringfügig gestiegen ist die Zahl der Hausärzte – und zwar um 0,6 Prozent auf knapp 56.000.
Trend zur Teilzeit
Aufgrund des Trends zur Teilzeit sank die Zahl der vollen Sitze in der hausärztlichen Versorgung sogar um 0,1 Prozent. Auch in anderen Fachgruppen hat die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten zugenommen, die in Teilzeit tätig sind. Im vorigen Jahr arbeiteten mehr als 70.000 in Teilzeit. Setzt sich die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre unverändert fort, würde ab 2039 die Mehrheit der Ärzte verkürzt arbeiten. Das heißt: Um die rund 25.000 vollzeittätigen Ärzte zu ersetzen, die in den kommenden 20 Jahren der ambulanten Versorgung fehlen werden, bräuchte es rund 50.000 Nachfolger.
Trend zur Festanstellung
Gleichzeitig verstetigte sich im Berichtszeitraum der Trend zur Anstellung. Zwar waren 2025 rund 130.000 Ärzte und Psychotherapeuten in eigener Praxis tätig, die Zahl der Angestellten lag jedoch mittlerweile bei knapp 60.000. Im Jahr zuvor waren es rund 55.600. Positiv ist, die Ärzte- und Psychotherapeutenschaft hat sich leicht verjüngt. Das Durchschnittsalter lag im Jahr 2025 bei 53,9 Jahren.
Angesichts der Entwicklungen fordert der Vorstand der KBV die Politik zum Handeln auf. Nötig seien attraktive Rahmenbedingungen anstatt unausgereifter Sparvorschläge oder zusätzlicher Belastungen, die die Niedergelassenen verschreckten, betonte der KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. „Die zur Verfügung stehende Arztzeit bleibt begrenzt und viele junge Ärztinnen und Ärzte tendieren zur Anstellung oder Teilzeit.“ Diese Entwicklung müsse ernstgenommen werden. Denn ohne die Praxen laufe in der Gesundheitsversorgung so gut wie nichts, mahnte er.
Quelle: KBV-PraxisNachrichten










