Positiver Trend: In Deutschland gibt es einen Rückgang bei Herzinfarkten

Herzinfarkte in Deutschland werden nach einer aktuellen Datenauswertung des Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) weniger. „Das dürfte mit Lebensstilveränderungen wie Rauchverzicht und einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risikofaktoren für Herzinfarkte zusammenhängen“, meint Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO.

Geschlechterunterschied

Der Gesundheitsatlas schlüsselt die Daten zur Herzinfarkthäufigkeit auch nach Alter und Geschlecht auf. Die Auswertungen zeigen, dass die Herzinfarkt-Raten mit dem Alter deutlich ansteigen. Dabei gibt es einen deutlichen Geschlechterunterschied: In allen Altersgruppen sind Herzinfarkte bei Männern deutlich häufiger dokumentiert als bei Frauen. So lag die Herzinfarkt-Rate in der Gruppe der 85- bis 89-Jährigen bei 1.240 je 100.000 Männer, während nur 720 je 100.000 Frauen betroffen waren.

"Für diese Unterschiede können nicht nur Lebensstilfaktoren oder biologische Faktoren verantwortlich sein, sondern auch Unterschiede in der Art und Intensität der Symptome. Sie führen oft dazu, dass ein Herzinfarkt bei Frauen nicht oder nicht rechtzeitig erkannt wird", so Helmut Schröder.

Diabetes und Bluthochdruck

Gleichzeitig ist allerdings die Häufigkeit von Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck gestiegen, die jeweils Risikofaktoren für die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit und das Auftreten von Herzinfarkten darstellen. Der Anteil der Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 an der Gesamtbevölkerung ab 20 Jahren ist von 10,6 Prozent im Jahr 2017 auf 11,2 Prozent im Jahr 2024 gestiegen (plus 0,6 Prozentpunkte). Auch beim Risikofaktor Bluthochdruck ist ein Anstieg zu verzeichnen: Hier wuchs der Anteil der betroffenen Menschen an der Gesamtbevölkerung ab 20 Jahren von 28,8 Prozent im Jahr 2017 auf zuletzt 29,9 Prozent im Jahr 2024 (plus 1,1 Prozentpunkte).

Quelle: ots / WIdO

(bd)
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