Mobile Technologie zur Just-in-Time Vorhersage für Anzeichen einer Depression

Laut Forschern der Universität Gent lassen sich die von Smartphones, Smartwatches und anderen tragbaren Geräten erfassten Daten zur Früherkennung von Depressionen nutzen. Ganz nebenbei registrieren spezielle Apps gedrückte Stimmung, erhöhten Stress und Verhaltensänderungen, die sich zu psychischen Belastungen auswachsen können, heißt es.

Studie

Die Wissenschaftler wollten besser verstehen, was zur Wirksamkeit dieser technologiebasierten Lösungen beiträgt. Dabei identifizierten sie Datentypen, die für die Erkennung von Anzeichen einer Depression besonders hilfreich sind. Gleichzeitig entwickelten sie Modelle, die diese Daten mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Verbindung bringen.

"Die Früherkennung von depressiven Symptomen ist für eine rechtzeitige Interventionen von entscheidender Bedeutung", so Yannick Vander Zwalmen und Matthias Maerevoet. Mobile und tragbare Technologien würden eine kontinuierliche, unauffällige Überwachung von Verhaltens-, psychologischen und physiologischen Daten ermöglichen und böten neue Möglichkeiten für die digitale Phänotypisierung und die Just-in-Time-Vorhersage von Depressionen.

Die Wissenschaftler fassten die Ergebnisse von 52 Studien zusammen, um häufig verwendete Merkmale zu identifizieren, ihren Vorhersagewert zu bewerten und methodische Ansätze zu beurteilen. In diesen Studien sind Daten mithilfe von Smartphones oder Wearables gesammelt und anschließend mit computergestützten Modellen analysiert worden, um frühe Anzeichen einer Depression vorherzusagen.

Depressionssymptome

Die Analysen zeigten: Depressionssymptome sind typischerweise mit unregelmäßigen Schlafmustern, geringer körperlicher Aktivität und einer selbstberichteten schlechten Stimmung verbunden. "Diese Erkenntnisse können für die Entwicklung neuer Apps für die psychische Gesundheit und anderer technologischer Instrumente genutzt werden, die Anzeichen einer Depression erkennen und den Nutzern nützliche Ressourcen oder die Kontaktdaten lokaler psychologischer Dienste zur Verfügung stellen", sagen die Forscher der Universität Gent abschließend.

Quelle: pte

(bd)
Zurück zur Startseite
Weitere Newsmeldungen
    • Keine gesunde nikotinfreie Alternative: Kräuterzigaretten nicht risikofrei
      Kräuterzigaretten werden als sicherere, nikotinfreie Alternativen wahrgenommen, häufig mit therapeutischen Behauptungen. Solche nicht geprüften Behauptungen können jedoch Raucher in die Irre führen und Nichtraucher dazu ermutigen, mit dem Rauchen zu beginnen, unter dem Vorwand, harmlos oder sogar vo...
      Mehr
    • Schützt neue universelle Impfstoff-Technologie künftig vor Pandemien?
      Ein von der University of Cambridge geleitetes Team hat eine Methode entwickelt, um bessere Impfstoffe herzustellen, die in einem einzigen Impfstoff einen breiten Schutz vor Tausenden von Virusvarianten, wie Coronaviren oder Ebola, bieten könnten. Dies stellt eine grundlegende neue Impfstofftechnolo...
      Mehr
    • Body-Mass-Index: Normalgewichtig oder doch schon fettleibig?
      Laut einer neuen Studie der Keck Medicine of USC täuscht der BMI über das wahre Gesundheitsrisiko häufig hinweg. Ein Viertel der Menschen, die über einen normalen BMI verfügen, entsprechen der Norm einer klinischen Adipositas, so die Experten. Zudem würden 50 Prozent der Personen, deren BMI sie als ...
      Mehr
    • Gekühlte NaCl-Lösung während Wundreinigung verringert Schmerzen bei diabetischen Fußwunden
      Das sogenannte Débridement ist die Sanierung einer Wunde durch Entfernung nekrotischer und -Fibrinbeläge. Beim chirurgischen Débridement werden hierzu Instrumente, wie ein Skalpell oder der scharfe Löffel, verwendet. Bei der zuletzt genannten Methode haben die Patienten aufgrund der Zellschädigung m...
      Mehr
    • Positiver Trend: In Deutschland gibt es einen Rückgang bei Herzinfarkten
      Herzinfarkte in Deutschland werden nach einer aktuellen Datenauswertung des Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) weniger. Der Gesundheitsatlas Deutschland macht die aktuellen Entwicklungen für insgesamt 26 Erkrankungen bis auf Landkreis-Ebene transparent.
      Mehr
    • Wie schädlich ist der Jo-Jo-Effekt?
      Eine erneute Gewichtszunahme nach einem Gewichtsverlust, allgemein bekannt als „Jo-Jo-Effekt“, wird oft als schädlich dargestellt, sogar als schädlicher als anhaltendes Übergewicht. Eine neue umfassende Analyse legt jedoch nahe, dass diese weit verbreitete Auffassung
      Mehr
    • Beta-2-Adrenorezeptor-Agonisten zur Behandlung der steatotischen Lebererkrankung
      Die seit Langem bei der Asthmatherapie eingesetzten Beta-2-Adrenorezeptor-Agonisten helfen möglicherweise gegen die bisher kaum behandelbare Fettleber. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der Medical University of South Carolina.
      Mehr
    • Wissenschaftliche Arbeiten mit verminderter Qualität vermehrt von KI produziert
      Durch Künstliche Intelligenz (KI) ganz oder teilweise produzierte minderwertige Arbeiten mit wissenschaftlichem Anspruch überschwemmen das akademische Verlagswesen. Das konnten Forscher der University of Pennsylvania und drei weiteren US-Hochschulen in einer Studie zeigen.
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 08.06.2026 - 07:33): http://www.neuromedizin.de/Weiteres/Mobile-Technologie-zur-Just-in-Time-Vorhersage-fuer-Anzeiche.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239