Das humane Papillomavirus (HPV) ist die weltweit häufigste sexuell übertragbare Infektion und kann verschiedene Krebserkrankungen auslösen. Rund jede vierte erwachsene Person in der Schweiz ist gegen HPV geimpft. Entscheidend sind dabei neben Alter und Geschlecht vor allem Wissen, Einstellungen sowie Empfehlungen von Ärztinnen und Ärzten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Zürich.
Während die nationale Impfquote bei Jugendlichen gut dokumentiert ist und zwischen 2020 und 2022 bei 71 Prozent für Mädchen bzw. 49 Prozent für Jungen lag, gibt es bisher nur begrenzt Daten zur HPV-Impfung bei Erwachsenen sowie zu den Faktoren, die deren Impfverhalten beeinflussen. Eine landesweite Befragung des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Präventionsmedizin der Universität Zürich mit überprüften Impfdaten schließt nun diese Lücke.
Große Unterschiede bei Alter und Geschlecht
Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Von den rund 3.850 befragten Erwachsenen im Alter von 18 bis 45 Jahren haben gut 27 Prozent mindestens eine Impfdosis erhalten. Während bei den 18- bis 26-Jährigen knapp 59 Prozent geimpft sind, liegt die Quote bei den 27- bis 45-Jährigen nur bei rund 16 Prozent. Auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Knapp 43 Prozent der Frauen sind geimpft, aber nur rund 12 Prozent der Männer.
„Die Unterschiede lassen sich auf die vergleichsweise späte Einführung der HPV-Impfung und die anfängliche Empfehlung nur für jugendliche Mädchen zurückführen. Gleichzeitig zeigen sie, wo die Impfangebote noch verbessert werden können“, sagt Erstautorin Kyra Zens.
Zu wenige Empfehlungen durch Ärzteschaft
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Gespräch in der Arztpraxis. Viele Geimpfte nennen die Empfehlung durch Ärztinnen und Ärzte als ausschlaggebend für ihre Entscheidung. Gleichzeitig geben mehr als die Hälfte der ungeimpften Personen an, dass sie keine solche Empfehlung erhalten haben.
„Die Ergebnisse legen nahe, dass gezielte Information und persönliche Ansprache entscheidend sind. Besonders Gespräche im medizinischen Alltag bieten eine wichtige Gelegenheit, offene Fragen zu klären und Vertrauen zu schaffen“, sagt Kyra Zens.
Quelle: News Universität Zürich










