Nach aktuellen Zahlen nehmen 30 bis 50 Prozent der Menschen, die regelmäßig Medikamente benötigen, diese nicht korrekt ein. Diese sogenannte Non-Adhärenz hat nicht nur für die Gesundheit der Patienten und Patientinnen ernsthafte Folgen, wie reduzierter Therapieerfolg und höhere Todesraten. Auch das Gesundheitssystem trägt die Konsequenzen. Apps sollen bei der korrekten Einnahme unterstützen.
Digitale Helfer
Eine Studie der Universität Basel zeigt jedoch: Digitale Helfer ersetzen die persönliche professionelle Betreuung nicht. Außerdem schöpfen sie ihr volles Potential noch nicht aus. Für die Studie untersuchte die Pharmazeutin Dr. Kirstin Messner neun kostenlose Medikamenten-Adhärenz-Apps. Anknüpfend an Ergebnisse einer früheren Studie prüfte die Forscherin, ob diese die folgenden fünf wünschenswerten Eigenschaften erfüllten: Einnahmehistorie, Diagramme, Statistiken, Belohnungen und Datenexport.
In einem weiteren Schritt erarbeitete Messner mit zwei Fokusgruppen drei weitere App-Features, die für Nutzende wertvoll wären:
- Professionelles Feedback zur Therapie
- zusätzliche Empfehlungen oder Informationen
- die Möglichkeit, die Daten mit einem Gesundheitsdienstleister zu besprechen.
Diese Zusatzfunktionen deuten alle in dieselbe Richtung: der Wunsch nach persönlicher Unterstützung von Gesundheitsfachpersonen.
Ergänzend führte das Forschungsteam eine Online-Umfrage mit 60 Teilnehmenden durch, bei der sie die acht Funktionen der Adhärenz-Apps nach ihrer Relevanz einordnen sollten. Die Auswertung zeigte, dass die drei zusätzlichen Features, die auf den Kontakt mit Fachpersonen zielen, mittel bis hoch bewertet wurden. Als wichtigste Eigenschaft der Apps stellte sich die Einnahmehistorie heraus, am unwichtigsten wurden Belohnungen eingestuft.
Wünschenswert wäre laut Messner auch eine Weiterentwicklung des Gesundheitssystems, um die Apps sinnvoll einzubetten. "Es heißt oft, die Apps ermöglichen bereits Selfmanagement zu Hause, aber die Ergebnisse zeigen, dass Patientinnen und Patienten explizit den Kontakt zu Gesundheitsfachpersonen wünschen." Entsprechende Funktionen sollten daher Bestandteil der Apps sein.
Die Angst, dass die digitalen Tools Apotheker oder Ärztinnen ablösen, ist unbegründet.
Quelle: News Universität Basel










