Gesunde Alternative zur Kakaobohne für die Herstellung von Schokolade entwickelt

Kommt die Schokolade in Zukunft ohne Kakao aus? Wissenschaftler der National University of Singapore (NUS) haben Carobpulver so verfeinert, dass kaum ein Unterschied zu Kakao zu bemerkbar ist. Der neue Grundstoff für die Schokolade ist Carobpulver, das gemahlene Fruchtfleisch der Johannisbrot-Schoten. Es ist süßer, weniger bitter und koffeinfrei und wird schon als Ersatzstoff für Kakao beim Backen und in Desserts und Shakes genutzt. Doch die letzte Feinheit fehlte bisher. Das Carobpulver schmeckt doch noch anders als Kakao, was sich vor allem in Schokolade bemerkbar macht.

Geschmacksverbesserung

Zum Einsatz gebracht worden sind zwei Techniken zur Geschmacksverbessrung. Zunächst haben die Experten enzymatisch behandeltes Sojaprotein eingesetzt, das das kakaoähnliche Aroma von geröstetem Carobpulver intensiviert. Dieses Enzym erhöht den Gehalt an Aminosäuren und Peptiden, wodurch das Produkt den reichen, bitteren Geschmack erhält, der mit dunkler Kakaoschokolade assoziiert wird. Zudem hat das Team die enzymunterstützte Monosaccharidbildung zur Steigerung der Süße genutzt. Das Verfahren fördert die Bildung natürlich vorkommender Einfachzucker, die während des Röstens karamellartige Aromastoffe bilden.

Durch die Verbesserung des Geschmacksprofils könnten diese Techniken Konditoren dazu ermutigen, Johannisbrot in Lebensmittelprodukte zu integrieren, die Kakao erfordern, wie Schokoladenriegel, Kakaopulver, Malzgetränke und andere Produkte auf Kakaobasis, hoffen die Entwickler.

Sie verweisen zudem auf einige ernährungsphysiologische Vorteile. Mit seinem natürlichen Zuckergehalt könnte behandeltes Carobpulver zur Herstellung von Schokoladenalternativen ohne zusätzliche Süßungsmittel verwendet werden, was für gesundheitsbewusste Verbraucher zunehmend attraktiv sei. Johannisbrot sei außerdem reich an D-Pinitol, einer Verbindung, die antidiabetische Wirkungen hat.

Quelle: pte

(bd)
Zurück zur Startseite
Weitere Newsmeldungen
    • Mathematischer Ansatz soll Krebsbehandlung revolutionieren
      Mit der Abfolge von zwei verschiedenen Therapien will Robert Noble von der City St George's, University of London die Krebsbehandlung effektiver machen. So soll das Wiedererstarken von Tumoren, die durch eine geeignete Behandlung erheblich geschrumpft sind, reduziert werden. Bei den gängigen Therapi...
      Mehr
    • Alternsuhr: Moleküle zum Schutz vor altersbedingter Neurodegeneration identifiziert
      Der Fadenwurm Caenorhabditis elegans hat ein einfaches Nervensystem, das aus 302 Neuronen besteht. Das menschliche Gehirn mit seinen circa 90 Milliarden Neuronen ist sehr viel komplexer. Dennoch erfüllen die Neuronen im Fadenwurm ähnliche Funktionen wie das menschliche Nervensystem. Forschende aus K...
      Mehr
    • Ultradünne Nanogeräte zur Herz-Überwachung
      Ein neue flexibler Signalverstärker „THIN-OECT“ mit einer Stärke von 350 Nanometern soll lebenswichtige Organe wie das Herz künftig einfacher und schonender überwachen. Die elektrisch aktive Membran haftet ohne Klebstoff auf der Oberfläche des Organs. Entwickelt wurde "THIN-OECT“ von Forschern des a...
      Mehr
    • COVID-19: Inhalieren von Heparin bei schweren Atemwegsinfektionen wirksam
      Mit Heparin ist ein weitverbreitetes und kostengünstiges Medikament bei schwerkranken COVID-19 Patienten wirksam. Zu dem Ergebnis kommt eine internationale Studie unter der Leitung der Australian National University (ANU) in Zusammenarbeit mit dem King's College London.
      Mehr
    • Weltweite Gesundheitsforschung geht am tatsächlichen Bedarf oft vorbei
      Die weltweite Gesundheitsforschung beschäftigt sich nur unzureichend mit Krankheiten, die für den Großteil der globalen Krankheitslast verantwortlich sind. Krankheiten wie Diabetes oder Suchterkrankungen nehmen weltweit zu, die Forschung dazu hinkt jedoch hinterher und findet schwerpunktmäßig nur in...
      Mehr
    • Wissenschaftlich belegt: Wirkstoff aus rotem Fingerhut hilft bei Herzschwäche
      Auch wenn es Hinweise für den Nutzen von Digitalis bei Herzschwäche gab, ist es erst jetzt wissenschaftlich einwandfrei erwiesen, dass Digitoxin einen deutlich positiven Effekt bei einer Herzschwäche aufgrund einer verminderten Pumpfunktion und einer unzureichenden Entleerung der linken Herzkammer h...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 14.03.2026 - 14:13): http://www.neuromedizin.de/Studien/Gesunde-Alternative-zur-Kakaobohne-fuer-die-Herstellung-von-.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239