Pilotprojekt der AOK unterstützt Einführung einer europäischen Patientenkurzakte

Nach Vorgaben der EU-Kommission soll eine europäische Patientenkurzakte ab März 2029 für die Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union verfügbar sein. Mit einem Pilotprojekt hat die AOK die Einführung einer elektronischen Patientenkurzakte auf europäischer Ebene unterstützt. Wichtige medizinische Informationen sollen für behandelnde Ärztinnen und Ärzte im Ausland insbesondere bei akuten Erkrankungen und im Notfall schnell und unkompliziert zur Verfügung stehen.

In dem Pilotprojekt von August bis Dezember 2025 wurden durch Befragungen von Versicherten und Workshops mit Leistungserbringern die Bedürfnisse der künftigen Nutzerinnen und Nutzer ermittelt und konkrete Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Akte abgeleitet.

Mehrwert Patientenkurzakte

Aus Sicht der am Pilotprojekt beteiligten Nutzerinnen und Nutzer bietet die europäische Patientenkurzakte insbesondere bei akuten Erkrankungen, Notfällen, Unfällen sowie bei der Behandlung chronischer Erkrankungen im Ausland einen Mehrwert - sowohl für Versicherte auf Reisen als auch für behandelnde Ärztinnen und Ärzte in Deutschland oder dem EU-Ausland. Als essenziell wurden ein schneller Zugriff der Leistungserbringender auf zentrale medizinische Informationen sowie die Überwindung sprachlicher Barrieren durch automatische Übersetzungen benannt. 

Die Ergebnisse der sechsmonatigen Pilotierung sind jetzt an das Bundesgesundheitsministerium und die für die Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen verantwortliche gematik übergeben worden.

AOK connect

Durchgeführt wurde das Pilotprojekt von "AOK connect", der Einheit für digitale Lösungen der AOK-Gemeinschaft. Die AOK connect GbR wurde 2023 von den elf AOKs zur Umsetzung digitaler Produkte für die AOK-Gemeinschaft gegründet. Eine zentrale Aufgabe von AOK connect ist die Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte "AOK Mein Leben" für die 27 Millionen AOK-Versicherten.

Die AOK-Gemeinschaft hat die Pilotierung der europäischen Patientenkurzakte stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernommen und dabei eng mit der für den weiteren Entwicklungsprozess zuständigen gematik zusammengearbeitet.

Quelle: ots / AOK-Bundesverband

(bd)
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Quellen-URL (abgerufen am 14.03.2026 - 13:29): http://www.neuromedizin.de/Politik/Pilotprojekt-der-AOK-untersuetzt-Einfuehrung-einer-europaeis.htm
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