Die Bundesregierung diskutiert aktuell über die Vorschläge, die eine Expertenkommission für eine Reform des Gesundheitswesens kürzlich vorgelegt hatte, darunter neben einer Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuern auch eine Zuckersteuer für Getränke. Knapp 4.000 Mediziner haben sich für eine Herstellerabgabe auf zuckrige Getränke ausgesprochen.
Hohe Dringlichkeit
Aus ärztlicher Sicht sei die Dringlichkeit hoch, heißt es in einem offenen Brief, den unter anderem der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, sowie die Vorsitzende des Marburger Bundes Dr. Susanne Johna, unterzeichnet haben. Der Druck auf die Bundesregierung bezüglich einer Entscheidung soll damit erhöht werden. Ernährungsbedingte Erkrankungen nähmen seit Jahren zu: „„Die Folgen davon sind tagtäglich in Praxen und Kliniken sichtbar: Übergewicht und Adipositas bereits im Kindesalter, frühe Stoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, Fettlebererkrankungen sowie Karies.”
„Bei der Zuckersteuer ist die Lage klar: Ärzteschaft, Fachwelt und eine Mehrheit der Bevölkerung befürworten eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke. Jetzt liegt es an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, einen konkreten Vorschlag vorzulegen. Die Bundesregierung sollte diese Chance nutzen - insbesondere zum Schutz der Gesundheit unserer Kinder”, sagte Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK).
Zu den Unterzeichnern des Appells für die Zuckersteuer gehören:
- Dr.med. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer
- Dr. Eckart von Hirschhausen, Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen”
- Dr. med. Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes
- Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Berthold Koletzko, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Stiftung Kindergesundheit
- Prof. Dr. med. univ. Julia Szendrödi, Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft
- PD Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
- Christine Neumann-Grutzeck, Präsidentin des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI)
Neben 3.926 Ärzten unterzeichneten auch mehr als 1.000 Ernährungsberater, Diabetesberater und Apotheker die Aktion.
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), die Verbraucherorganisation foodwatch sowie der Verbraucherzentrale Bundesverband sind Initiatoren des Appells, dem sich bis Mitte April 3.926 Ärzt:innen angeschlossen haben. Die Ärzte fordern die Ministerpräsidenten der Länder darin auf, bei der bevorstehenden Abstimmung im Bundesrat für die Zuckersteuer zu stimmen.
Quelle: News DANK










