Pharma-Branchenverbände fordern: Antibiotika-Wirksamkeit sichern und Resistenzen vermeiden- Neu entwickelte Handlungsfelder, die helfen können

Im Rahmen des von der Bundesregierung initiierten Pharmadialogs haben die Branchenverbände BAH, BPI, BIO Deutschland, vfa und Pro Generika fünf Handlungsfelder identifiziert und Lösungsansätze unterbreitet, die die Wirksamkeit von Antibiotika sichern und Resistenzen vermeiden können.

1. Prävention und Therapietreue sind das erste Handlungsfeld. Therapietreue ist eine Voraussetzung für den wirksamen Einsatz von Antibiotika. Verbesserungen können durch eine intensive Schulung der Patienten durch den Arzt oder Apotheker erreicht werden. Auch für bestimmte Patientengruppen optimierte Darreichungsformen unterstützen die regelmäßige Einnahme und verhindern Resistenzen. Als präventive Maßnahme können Impfungen dazu beitragen, den Einsatz von Antibiotika bereits im Vorfeld zu vermeiden.

2. Die Entwicklung neuer Antibiotikawirkstoffe durch innovative Forschungsansätze ist die Herausforderung für Wissenschaft und Industrie. Neue Kooperationsformen wie Public Private Partnerships (PPP) für neuartige Antibiotika gegen (resistente) Problemkeime müssen den Verbänden zufolge in Deutschland gestärkt werden.

3. Auch die Entwicklung von Tests zur (Schnell-)Diagnose, mit deren Hilfe die Notwendigkeit einer Antibiotikatherapie bereits bei der Diagnosestellung in der Arztpraxis zweifelsfrei festgestellt werden kann, muss als weiteres Handlungsfeld vorangetrieben werden.

4. Es lohnt sich weiterhin, europaweit nach „älteren“ Antibiotikawirkstoffen zu fahnden und neu in der Therapie zu positionieren.

5. Als fünfter relevanter Lösungsansatz ist auch eine ehrgeizige Verminderung des Antibiotikaeinsatzes bei Nutztieren anzustreben. Reserveantibiotika müssen dabei geschützt werden, indem ihr Einsatz in der industriellen Tierhaltung ausgeschlossen wird, fordern die Pharmaverbände.

Pro Generika

Zum Vergrößern der Infografik klicken Sie bitte auf das Bild

Sachgerechter ärztlicher Einsatz von Antibiotika, Patientenschulungen durch Ärzte und Apotheker, Aufklärungskampagnen sowie optimierte Darreichungsformen, beispielsweise für Kinder, erhöhen die Therapietreue und helfen Resistenzen zu vermeiden. Schließlich sind so die Branchenpartner positive wirtschaftliche Rahmenbedingungen über alle fünf Handlungsfelder hinweg erfolgskritisch. Die Entwicklung von Reserveantibiotika ist essentiell.

Quelle: Pro Generika

(map)
Zurück zur Startseite
Weitere Newsmeldungen
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 13.12.2017 - 19:47): http://www.neuromedizin.de/Pharmaunternehmen/Pharma-Branchenverbaende-fordern--Antibiotika-Wirksamkeit-si.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239