Verlängern sedative Antihistaminika die Dauer von Fieberkrämpfen?
Es gibt Studien, in denen gezeigt werden konnte, dass sedative Antihistaminika offenbar die Dauer von Fieberkrämpfen verlängern können. So ist in einigen Ländern sogar die Gabe dieser Substanzen bei Patienten mit Fieberkrämpfen kontraindiziert. Wissenschaftler des St. Luke's International Hospital, Chuo-ku, Tokyo, Japan, haben nun im Rahmen einer Querschnittsstudie nochmals den Zusammenhang zwischen der Dauer von Fieberkrämpfen und der Verwendung von sedativen Antihistaminika genauer untersucht. Studienteilnehmer waren 426 Kinder, die sich im Zeitraum zwischen August 2013 und Februar 2016 wegen eines Fieberkrampfes im St. Luke's International Hospital vorgestellt hatten. Die Patienten wurden in Abhängigkeit von den ihnen verschriebenen Medikamenten in drei Gruppen eingeteilt: sedative Antihistaminika, nicht-sedative Antihistaminika und keine Antihistaminika. Die Dauer des Fieberkrampfes war das primäre Endziel der Studie. Die Auswertung des gesammelten Datenmaterials zeigte, dass 24 der 426 Kinder sedative Antihistaminika verordnet wurden. Die durchschnittliche Anfallsdauer lag in allen drei Gruppen im Mittel bei etwa 3 Minuten. Bivariate oder multivariate Analysen ergaben, dass es hierbei keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen gab. Die Ergebnisse dieser Studie können nicht bestätigen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von sedativen Antihistaminika und einer Verlängerung der Dauer von Fieberkrämpfen gibt, so die Autoren. Die Experten schlagen vor, bei Patienten, die bereits einen Fieberkrampf in der Vergangenheit hatten, bei entsprechender Indikation, Antihistaminika therapeutisch weiter in Betracht zu ziehen.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 08.04.2020 - 18:17): http://www.neuromedizin.de/Neuropaediatrie/Verlaengern-sedative-Antihistaminika-die-Dauer-von-Fieberkra.htm
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