Small fiber-Neuropathie: Ein häufiges Merkmal bei Erwachsenen mit Ehlers-Danlos-Syndrom
Die Small fiber-Neuropathie ist offenbar ein häufiges Merkmal bei erwachsenen Patienten mit einem Ehlers-Danlos-Syndrom. Dies konnten italienische Wissenschaftler des IRCCS Foundation "Carlo Besta" Neurological Institute in Mailand sowie der Sapenzia-Universität in Rom und der Universität von Brescia vor Kurzem im Rahmen einer Studie mit 20 Erwachsenen mit einem Ehlers-Danlos-Syndrom vom Typ Gelenks-Hypermobilitäts-Syndrom/Hypermobilität, 3 Patienten mit einem vaskulären Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) und einer weiteren Person mit einem klassischen EDS zeigen. Alle Studienteilnehmer wurden klinisch und neurophysiologisch untersucht. Zusätzlich wurden Hautbiopsien entnommen. Außerdem dokumentierten die Forscher die sensorischen Symptome der Patienten und ermittelten anhand der beiden Fragebogen “Douleur Neuropathique 4 (DN4)” und “ID Pain” sowie der “Numeric Rating Scale (NRS)“ das Vorhandensein und den Schweregrad neuropathischer Schmerzen. Ergänzt wurden diese Untersuchungen durch die Aufzeichnung der Amplitude des sensorischen Aktionspotentials und der Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus suralis. Die Hautbiopsien wurden am distalen Bein entnommen und die intraepidermale Nervenfaserdichte (IENFD = intraepidermal nerve fiber density) ermittelt. Letztere wurde mit geschlechts- und altersadjustierten normativen Referenzwerten abgeglichen. Die umfangreichen Analysen ergaben, dass mit Ausnahme von einer Person alle Patienten neuropathische Schmerzen hatten und über 7 oder mehr Symptome klagten. Die Schmerzintensität war in 8 Fällen „moderat“ (NRS ≥4 und <7) und bei 11 Patienten „schwer“ (NRS ≥7). Die Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus suralis war dagegen bei allen Studienteilnehmern normal. Alle Patienten zeigten jedoch, unabhängig vom EDS-Typ, eine verringerte IENFD, welches wiederum mit der Diagnose einer Small fiber-Neuropathie (SNF) in Einklang gebracht werden konnte. Das Fazit der Studienautoren: Die SNF ist ein häufiges Merkmal bei erwachsenen Patienten mit einem Ehlers-Danlos-Syndrom.
(drs)
Zurück zur Startseite
Medienkooperation
Weitere Newsmeldungen
    • Erhöhtes Alzheimer- und Parkinson-Risiko bei altersassoziierter Makula-Degeneration
      Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Seoul National University Graduate School in Seoul, Süd-Korea, ist kürzlich im Rahmen einer retrospektiven Kohorten-Studie der Frage nachgegangen, ob es eine Assoziation zwischen der altersassoziierten Makula-Degeneration und dem Morbus Parkinson oder dem Morbus ...
      Mehr
    • Neue Einblicke in die molekularen Ursachen des Alazami-Syndroms
      Das Alazami-Syndrom ist eine seltene Erbkrankheit, die sich unter anderem durch Kleinwuchs und weiteren Entwicklungsstörungen äußert. Weltweit sind etwa 20 Fälle der Krankheit registriert. Bekannt ist seit 2012, dass dafür eine kleine Mutation im LARP7-Gen verantwortlich ist und auch, dass das Gen b...
      Mehr
    • Neuer Ansatz könnte zielgerichtete Therapien bei Parkinson ermöglichen
      Die typischen Symptome bei der Parkinson-Erkrankung, wie Zittern und Bewegungsverlangsamung, werden durch das Absterben der dopaminergen Nervenzellen (Neuronen) und dem damit resultierenden Dopaminmangel verursacht. Die Mechanismen, die zu diesem Zelluntergang führen, werden intensiv erforscht, eine...
      Mehr
    • Vorbeugende pharmakologische Behandlung von pädiatrischer Migräne kaum effektiver als Placebo
      Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Behandlung von jungen Patienten stützt sich bisher auf Studien mit Erwachsenen. Es ist jedoch fraglich, ob diese prophylaktischen Interventionen für Erwachsene bei Kindern und Jugendlichen eine vergleichba...
      Mehr
    • Neues Modell zeigt ins Gehirn eingewanderte Immunzellen
      Makrophagen sind Bestandteile unseres angeborenen Immunsystems, die in jedem Gewebe unseres Körpers vorkommen. Im Gehirn werden diese ansässigen Immunzellen Mikroglia genannt. Bei Infektionen des Gehirns oder z. B. nach einem Schlaganfall werden weitere Makrophagen aus dem Kochenmark rekrutiert. Bis...
      Mehr
    • Zwangsstörung: Weltweit erste OP mit wegweisendem neuem Hirnschrittmacher erfolgreich
      Hirnschrittmacher werden seit etwa 10 Jahren für die Therapie von Zwangserkrankungen eingesetzt. Die der Erkrankung zugrunde liegende übermäßige Nervenaktivität soll durch die elektrische Simulation normalisiert und die Symptome der Zwangsstörung gelindert werden, allerdings geben die bisherigen Mod...
      Mehr
    • Apoplex: Einblick in die abgeriegelte Zone
      Bei einem ischämischen Schlaganfall verschließt ein Blutgerinnsel ein Gefäß und verhindert die ausreichende Durchblutung des dahinterliegenden Areals. Dadurch kommt es zu einer Mangelversorgung vor allem mit Sauerstoff und die betroffenen Nervenzellen sterben ab. Die Vermutung, dass sich in der abge...
      Mehr
    • Ist die Vagusnerv-Stimulation eine Therapieoption der pharmakoresistenen Post-Stroke-Epilepsie?
      Die Vagusnerv-Stimulation ist möglicherweise eine sichere und effektive Therapieoption für Patienten mit einer pharmakoresistenten Post-Stroke-Epilepsie. Hierauf deuten die Ergebnisse einer kleinen retrospektiven Studie von Wissenschaftlern der Tokyo Women's Medical University in Tokio, Japan, mit 1...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 20.02.2020 - 15:44): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Small-fiber-Neuropathie--Ein-haeufiges-Merkmal-bei-Erwachsen.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239