Neuroinflammation prognostiziert Progression der progressiven supranukleären Parese
Im Rahmen der Progressiven Supranukleären Parese (PSP) tritt zusätzlich zur Tau-Pathologie und dem neuronalen Verlust auch die sogenannte Neuroinflammation auf. Wissenschaftler der University of Cambridge, UK und des National Research Council in Mailand, Italien, haben kürzlich in einer Studie die primäre Hypothese überprüft, dass eine Basis-Bildgebungsuntersuchung bezüglich einer Neuroinflammation in den subkortikalen Regionen des Gehirns die klinische Progression bei Patienten mit einer PSP vorhersagen kann. Teilnehmer waren 17 Patienten mit einem PSP-Richardson's-Syndrom, die sich einem multimodalen Basis-Bildgebungsassessment unterzogen, welches die [11C] PK11195-Positronen-Emissionstomographie (PET) zur Index-Mikroglia-Aktivierung, die [18F]AV-1451 PET bezüglich der Tau-Pathologie und die strukturelle MRT beinhaltete. Der Schweregrad der Erkrankung wurde zu Beginn der Studie und serienmäßig bis zu 4 Jahre mittels der „Progressive Supranuclear Palsy Rating Scale (PSPRS)“ ermittelt (durchschnittliches Intervall 5 Monate). Die regionalen Volumina der grauen Hirnsubstanz und die Potentiale der PET-Ligandenbindung wurden durch Hauptkomponentenanalysen (PCA = Principal Component Analysis) zusammengefasst. Zu den longitudinalen PSPRS-Scores fügten die Forscher ein lineares Mixed-effects-Modell hinzu. Single-modality-Bildgebunsprädiktoren wurden gegen die geschätzte Progressionsrate der einzelnen Personen zurückentwickelt, um die prognostischen Werte der basalen Bildgebungsmarker zu identifizieren. Die Auswertung des gesammelten Datenmaterials ergab, dass die PCA-Komponenten eine Neuroinflammation widerspiegelten und die Tau-Last im Hirnstamm und im Zerebellum mit der nachfolgenden jährlichen Rate an Veränderungen in der PSPRS korrelierten. Die PCA-abgeleiteten PET-Marker der Neuroinflammation und der Tau-Pathologie korrelierten mit den regionalen Hirnvolumina in denselben Regionen. Die MRT-Volumina allein konnten allerdings die Rate der klinischen Progression nicht vorhersagen. Die molekulare Bildgebung mit der PET für eine mikrogliale Aktivierung und die Tau-Pathologie kann eine klinische Progression der Progressive Supranukleäre Parese prognostizieren, so die Studienautoren. Die Daten dieser Studie könnten dazu anregen, immunmodulatorische Ansätze für eine krankheitsmodifizierende Therapie der PSP zu entwickeln und das Potential der PET zur Stratifizierung von Patienten in einer frühen Phase klinischer Studien zu erforschen.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 01.12.2021 - 01:24): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Neuroinflammation-prognostiziert-Progression-der-progressive.htm
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