Ist die resektive Epilepsiechirurgie eine Therapieoption beim Lennox-Gastaut-Syndrom?
Die resektive Epilepsiechirurgie ist bei einigen Patienten eine sinnvolle Therapieoption zur Behandlung von LGS-assoziierten Anfällen (LGS = Lennox-Gastaut-Syndrom) und hat eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine gute postoperative Anfallskontrolle. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Chungnam National University in Daejeon, Republik von Korea, im Rahmen einer Studie mit 90 LGS-Patienten, die sich im durchschnittlichen Alter von 9,3 ± 4,4 Jahren in der Zeit zwischen 2001 und 2014 im südkoreanischen Severance Children's Hospital einem epilepsiechirurgischen Eingriff unterzogen hatten und mindestens 2 Jahren lang nachbehandelt wurden. Die Zeit von Beginn der Anfälle bis zur Operation lag im Mittel bei 7,2 ± 4,3 Jahren. Es zeigte sich, dass in der durchschnittlichen Follow-up-Periode von 6,1 ± 2,2 Jahren 45 Patienten (50 %) anfallsfrei wurden und 15 (16,7 %) nur noch gelegentlich Anfälle hatten. Eine Anfallsfreiheit wurde erreicht bei 15 der 21 durchgeführten Hemisphärektomien (71,4 %), bei 23 der 51 multilobären Resektionen (45,1%) und bei 7 der 18 Einzellappen-Resektionen (38,9 %). In hochauflösenden MRT-Aufnahmen wiesen 20 Patienten (22,2 %) negative Befunde auf und wiederum 8 von ihnen waren postoperativ anfallsfrei. Der häufigste pathologische Befund war eine Malformation der kortikalen Entwicklung und fand sich bei 57 der 90 Patienten (63,3 %). Die Untersuchungen der Forscher ergaben, dass die Patienten, die durch die Operation anfallsfrei wurden, später ein besseres adaptives Verhalten und eine bessere Sozialkompetenz hatten als diejenigen mit persistierenden Anfällen. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass eine resektive Epilepsiechirurgie eine vielversprechende Therapieoption bei Patienten mit einem Lennox-Gastaut-Syndrom ist, so die Autoren.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 16.11.2018 - 16:59): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Ist-die-resektive-Epilepsiechirurgie-eine-Therapieoption-bei.htm
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