Ohne die drei vaskulären Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Rauchen können Menschen durchschnittlich rund 12,6 Jahre länger demenzfrei leben als jene, bei denen diese drei Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Langzeitauswertung der US-amerikanischen „Atherosclerosis Risk in Communities“ (ARIC)-Studie, die den Zusammenhang zwischen vaskulären Risikofaktoren und kognitiver Gesundheit untersucht hat. In der Studie wurden Daten von 12.400 Frauen und Männern ausgewertet, die zu Studienbeginn etwa 55 Jahre alt und frei von Demenz waren.
Über einen medianen Beobachtungszeitraum von 26,3 Jahren entwickelten 3.008 Teilnehmende eine Demenz. Untersucht wurde, welchen Einfluss drei vaskuläre Risikofaktoren – Bluthochdruck (Blutdruck ≥ 140/90 mm Hg oder antihypertensive Medikation), Diabetes mellitus (antidiabetische Medikation oder HbA1c ≥ 6,5 %) und Tabakkonsum – auf das Demenzrisiko haben.
Die Ergebnisse waren deutlich: Personen ohne Bluthochdruck, Diabetes und Tabakkonsum konnten zwischen dem 55. und 95. Lebensjahr im Mittel 30,1 Jahre ohne Demenz erwarten. Bei Vorliegen eines der drei vaskulären Risikofaktoren verringerte sich diese Zeit auf 26,3 Jahre, bei zwei Risikofaktoren auf 21,0 Jahre und bei Vorliegen aller drei Risikofaktoren auf 17,5 Jahre.
Die neue Untersuchung bestätigt damit eindrucksvoll, was frühere Arbeiten bereits vermuten ließen: Die Weichen für die Gehirngesundheit werden lange vor dem Auftreten erster Gedächtnisstörungen gestellt. Bereits 2025 hatten Forschende derselben Arbeitsgruppe gezeigt, dass ein erheblicher Anteil aller Demenzerkrankungen auf beeinflussbare vaskuläre Risikofaktoren in der Lebensmitte und im höheren Alter zurückgeführt werden kann.
Die nun veröffentlichte Studie ergänzt diese Erkenntnisse um eine besonders anschauliche Perspektive: Statt lediglich das Erkrankungsrisiko zu beschreiben, zeigt sie, wie viel Lebenszeit ohne Demenz Menschen voraussichtlich gewinnen können.
Die Ergebnisse unterstützen damit die Empfehlungen der „Lancet Commission on Dementia Prevention“, welche Hypertonie, Diabetes mellitus und Rauchen zu den wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren einer Demenz zählt.
Quelle: News Deutsche Gesellschaft für Neurologie










