Diabetes mellitus erhöht das Parkinson-Risiko

Mit dem Welt-Parkinson-Tag am 11. April 2026 rückt die Prävention wieder in den Mittelpunkt. Die Ernährung spielt eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Diabetes das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen kann. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann vor Typ-2-Diabetes schützen und dadurch zugleich das Parkinson-Risiko senken.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) unterstützt daher die Initiativen der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) für eine gesündere Ernährung.

Ernährung im Fokus der Forschung

Neben Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und der Exposition gegenüber Pflanzenschutzmitteln rückt zunehmend auch die Ernährung in den Fokus der Forschung. Studien deuten darauf hin, dass fehlgefaltetes Alpha-Synuclein, ein zentrales Protein in der Parkinson-Pathologie, im Darm entsteht und sich über den Vagusnerv ins Gehirn ausbreitet – ein Mechanismus, der als Hirn-Darm-Achse beschrieben wird. Veränderungen des Darmmikrobioms sowie chronische Verstopfung gelten zudem als mögliche Frühzeichen, oft lange vor dem Auftreten motorischer Symptome.

Zahlreiche Studien zeigen, dass eine mediterrane Ernährung mit einem geringeren Risiko für Parkinson sowie einer niedrigeren Symptomlast bei bereits Erkrankten einhergeht  Sie basiert auf viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Olivenöl und Fisch, während Fleisch sowie stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel nur selten auf dem Speiseplan stehen.

Eine Metaanalyse [1] von 15 Kohortenstudien mit insgesamt 29,9 Millionen Personen kam zu dem Ergebnis, dass Diabetes mellitus mit einem etwa 27 % höheren relativen Risiko für Parkinson assoziiert ist, und selbst für Prädiabetes zeigte sich ein kleiner, aber messbarer Risikoanstieg. „Auch eine retrospektive Kohortenstudie aus Spanien [2] kam zu dem Ergebnis, dass das Parkinson-Risiko bereits bei Prädiabetes erhöht ist“, erklärte PD Dr. Eva Schäffer vom UKHS in Kiel, Sprecherin der DGN-Taskforce Prävention.

Quellen: 

[1] Aune D, Schlesinger S, Mahamat-Saleh Y et al. Diabetes mellitus, prediabetes and the risk of Parkinson's disease: a systematic review and meta-analysis of 15 cohort studies with 29.9 million participants and 86,345 cases. Eur J Epidemiol. 2023 Jun;38(6):591-604. doi: 10.1007/s10654-023-00970-0. Epub 2023 Apr 25. PMID: 37185794; PMCID: PMC10232631.

[2] Sánchez-Gómez A, Díaz Y, Duarte-Salles T et al. Prediabetes, type 2 diabetes mellitus and risk of Parkinson's disease: A population-based cohort study. Parkinsonism Relat Disord. 2021 Aug;89:22-27. doi: 10.1016/j.parkreldis.2021.06.002. Epub 2021 Jun 8. PMID: 34216937.

Quelle: News DGN

(bd)
Zurück zur Startseite
Weitere Newsmeldungen
    • Neue Verknüpfungen von Nervenzellen könnten bei Rückenmarksverletzungen helfen
      Rückenmarksverletzungen führen in der Regel zu dauerhaften Lähmungen sowie Sensibilitätsverlusten und stellen Betroffene sowie das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. In den meisten Fällen handelt es sich bei Rückenmarksverletzungen um sogenannte Kontusionsverletzungen, bei denen durch ei...
      Mehr
    • Wie das Antiepileptikum Valproat die frühe Hirnentwicklung beeinflusst
      Valproat ist ein gängiges Medikament zur Behandlung von Epilepsie und kommt auch bei bipolaren Störungen zum Einsatz. Das erhöhte Risiko für Entwicklungsstörungen des Gehirns bei ungeborenen Kindern durch das Antiepileptikum Valproat ist bekannt. Wegen des bekannten erhöhten Risikos für neurologisc...
      Mehr
    • Menschliches Zellmodell für die Demenzforschung entwickelt
      Neurodegenerative Demenzerkrankungen stellen eine der größten Herausforderungen einer alternden Gesellschaft dar. Besonders häufig treten Erkrankungen wie Alzheimer oder die Frontotemporale Demenz auf, die durch krankhafte Ablagerungen des Tau-Proteins im Gehirn gekennzeichnet sind.
      Mehr
    • Methodische Schwäche bei Cochraine-Analyse zu Beta-Amyloid-Antikörper gegen Alzheimer?
      Nach den Ergebnissen der aktuellen Cochrane-Analyse haben die Beta-Amyloid-Antikörper keinen bedeutsamen klinischen Effekt. Allerdings untersuchten nur zwei der 17 in der Metaanalyse bewerteten Studien die zugelassenen Antikörper Lecanemab und Donanemab. Die anderen 15 Studien betrafen Antikörper,
      Mehr
    • Technologie „MitoCatch“ liefert gesunde Mitchondrien an erkrankte Zellen
      Funktionsstörungen der Mitochondrien liegen vielen bislang unheilbaren Krankheiten zugrunde. Dazu gehören neurodegenerative Krankheiten wie Parkinson, Degeneration des Sehnervs und bestimmte Formen von Herzinsuffizienz. Bisherige Versuche, gesunde Mitochondrien in geschädigte Zellen zu transplantier...
      Mehr
    • Alzheimer: Störungen in Gehirnnetzwerken gezielt beeinflussen
      Gedächtnisverluste bei Alzheimer entstehen nicht ausschließlich durch den Verlust von Nervenzellen. Auch gestörte Abläufe in den Netzwerken des Gehirns spielen eine wichtige Rolle und könnten gezielt beeinflusst werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Übersichtsarbeit aus Magdeburg. Die Arbei...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 10.05.2026 - 16:10): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Diabetes-mellitus-erhoeht-das-Parkinson-Risiko.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239