Gesundheitliche Probleme sind u. a. unterschätzte Unfallrisiken im Straßenverkehr. Könnten diese reduziert werden, wenn das Auto erkennt, wie es dem Menschen am Steuer geht? Wenn es frühzeitig Warnsignale des Körpers wahrnimmt und sogar Herzrhythmusstörungen erfasst? Genau daran forscht das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover zusammen mit dem Institut für Fahrzeugtechnik der TU Braunschweig.
Präsentation von zwei Forschungsfahrzeugen
Auf der „Automechanika Frankfurt“ vom 8. bis 12. September präsentiert das PLRI zwei Forschungsfahrzeuge, die das Auto in einen diagnostischen Gesundheitsraum verwandeln. Die Forschungsfahrzeuge erfassen während der Fahrt verschiedene gesundheitsrelevante Signale, darunter die Herz- und Atemfrequenz. Mithilfe einer langfristigen, personalisierten Trendanalyse lassen sich Änderungen im Gesundheitszustand frühzeitig erkennen. Die Betroffenen können sich dann bei einem Arzt genauer untersuchen zu lassen.
„So können Herzinfarkte oder Schlaganfälle vermieden werden. Aber auch neurologische und pneumologische Krankheiten wie Parkinson oder COPD können bereits im Frühstadium diagnostiziert werden, was Therapieerfolge erhöht und -kosten senkt“, sagt Professor Thomas Deserno vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI).
Das Fahrzeug ersetzt weder eine ärztliche Diagnose noch eine medizinische Behandlung. Ziel der Forschung ist vielmehr, langfristige Veränderungen, mögliche Auffälligkeiten oder belastende Situationen frühzeitig zu erkennen und sinnvoll einzuordnen. „Die Entscheidung über medizinische Schritte bleibt immer bei den Menschen und den behandelnden Fachpersonen“, betont Professor Deserno.
Quelle: PI TU Braunschweig










