Projekt UncovRT untersucht Langzeitfolgen von Hirntumor-Therapien

Welche Folgen hat eine Strahlentherapie auf die Lebensqualität der Patienten? Mit diesem Thema befasst sich das bundesweite Forschungsvorhaben UncovRT, bei dem auch Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen beteiligt sind.

Protonentherapie

Das Team am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen untersucht vor allem Kinder und Jugendliche mit Hirn- oder Schädelbasistumoren, die mit Protonen bestrahlt wurden. Die Protonentherapie ist eine präzise Form der Strahlentherapie, bei der gesundes Gewebe mehr geschont wird als bei herkömmlicher Bestrahlung. Dennoch können auch hierbei Spätfolgen auftreten, beispielsweise Beeinträchtigungen von Konzentrations- und Gedächtnisleistungen.

„Wir möchten herausfinden, warum solche Veränderungen entstehen und welche Patienten ein hohes Risiko haben“, sagt Prof. Dr. Beate Timmermann, Medizinische Leiterin am Standort Essen. Auch Betroffene werden eingebunden und bringen ihre Perspektive ein. Dank neuer Erkenntnisse sollen nicht nur Krebstherapien verbessert werden, sondern vor allem die Lebensqualität von Menschen, die einen Hirntumor überlebt haben.

Im Verbund kooperieren Teams aus Dortmund, Essen, Dresden, Hamburg und Heidelberg. Sie bauen eine Datenbank mit klinischen Daten, Aufnahmen aus bildgebenden Verfahren und biologischen Informationen auf. Zudem untersuchen sie in Laborstudien die biologischen Ursachen von strahlenbedingten Hirnschäden und testen Medikamente, die solche Schäden möglicherweise verhindern können.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert UncovRT mit rund zwei Millionen Euro im Zuge der Nationalen Dekade gegen Krebs. Davon fließen 420.000 Euro nach Essen.

UncovRT steht für „Uncover molecular mechanisms of side effects after cranial Radiation Therapy to improve quality of life for long term survivors of brain cancer“.

Quelle: idw / Universitätsklinikum Essen

(bd)
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