Neue Studie zur zentralen Schlafapnoe bei Epilepsie
Wissenschaftlern der Boston University, USA, zufolge leiden etwa 11 % aller Epilepsie-Patienten in den USA unter schlafbezogenen Atemstörungen. Die Prävalenz ist damit insgesamt nicht höher als die in der Allgemeinbevölkerung. Zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen zählen unter anderem die verschiedenen Formen des Schlafapnoe-Syndroms, wie die obstruktive, die zentrale und die komplexe Schlafapnoe. Die Prävalenz dieser 3 Schlafapnoe-Formen bei Epilepsie-Patienten und ihr klinisches Profil unter Berücksichtigung der jeweiligen Epilepsie-Form, der Medikation und der EEG-Befunde waren die wesentlichsten Schwerpunkte einer aktuellen Studie der neurologischen Abteilung der Boston University. Die Wissenschaftler werteten retrospektiv die Daten von 719 konsekutiven Epilepsie-Patienten aus, bei denen in der Zeit zwischen 2004 und 2011 in ihrer neurologischen Abteilung eine polysomnographische Untersuchung durchgeführt worden war. Vollständige Daten lagen allerdings nur von 458 der 719 Studienteilnehmer vor. Von diesen wiederum wurden 42 Patienten mit einer kongestiven Herzinsuffizienz oder einer linksventrikulären Auswurffraktion <40 % von der Studie ausgeschlossen. Von den verbleibenden 416 Epilepsie-Patienten wiesen 315 (75 %) eine obstruktive Schlafapnoe, 16 (3,7 %) eine zentrale Schlafapnoe und 33 (7,9 %) eine komplexe Schlafapnoe auf. In den beiden zuletzt genannten Gruppen befanden sich deutlich mehr Männer als in der Gruppe mit der obstruktiven Schlafapnoe. Die weiteren Analysen ergaben außerdem, dass bei den Patienten mit der zentralen Schlafapnoe signifikant häufiger fokale Anfälle vorlagen als bei denjenigen mit obstruktiver oder mit komplexer Schlafapnoe (62,5% versus 26,5% und 21,1 %). Diese Studienergebnisse sollten Anlass dazu geben, in weiteren Untersuchungen der Frage nachzugehen, welche Rolle interiktale, iktale und postiktale zentrale Schlafapnoen in der Epileptogenese und bei Epilepsie allgemein spielen, so die Autoren.
(drs)
Zurück zur Startseite
Medienkooperation
Ultraschall 2019
Weitere Newsmeldungen
    • Künstliche Intelligenz: Forscher bauen Device für biologisches Gehirn
      Neurocomputer, die künstliche Intelligenz ermöglichen, ahmen die Funktionsweise des Gehirns nach. Sie speichern Daten in Form von Synapsen, einem Netzwerk von Verbindungen zwischen den Nervenzellen oder Neuronen. Die meisten Neurocomputer verfügen über eine herkömmliche digitale Architektur und
      Mehr
    • Goldpartikel gegen Krebs: Neuer Wirkstoff verlangsamt signifikant Tumorwachstum
      In einer kürzlich veröffentlichten Forschungsarbeit haben australische Wissenschaftler der Molecular Engineering Group, der RMIT University, einen neuen Wirkstoff gegen Krebs auf Goldpartikel basierend vorgestellt. Vorklinische Studien zeigen, dass das neue Molekül Krebszellen vierundzwanzig Mal eff...
      Mehr
    • Neues Nano-Immuntherapie-Medikament kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden
      Eine neue Studie eines Forscherteams vom Cedars-Sinai Medical Center, Los Angeles, USA, gibt Aufschluss darüber, wie Immuntherapien, die dem körpereigenen Immunsystem bei der Krebsbekämpfung helfen, eines Tages direkt an das Gehirn abgegeben werden könnten, um Hirntumore zu behandeln. Die Wissensch...
      Mehr
    • ZNS-Krankheiten im Genom festgeschrieben?
      Wissenschaftler der Klinik für Neurologie der HHU, Düsseldorf haben untersucht, ob es eine Beteiligung von humanen endogenen Retroviren (HERVs) an neurologischen Erkrankungen gibt. Sie erklären in einem aktuell erschienen Review-Artikel, wie Viren in die DNA gelangten und was sie mit ungelösten Frag...
      Mehr
    • Forschergruppe entdeckt potenziellen Ansatzpunkt für neue, spezifische MS-Therapien
      Wissenschaftler haben entdeckt, dass bestimmte Zellen im Gehirn, die als „Projektionsneurone“ bezeichnet werden, eine zentrale Rolle bei den Gehirnveränderungen spielen, die mit der Multiplen Sklerose (MS) einhergehen. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun, dass
      Mehr
    • Nanomedizin: Implantierbare Chip-Plattform für einstellbare Arzneimittelabgabe
      Forschern des Methodist Research Institute im Texas Medical Center ist es gelungen, erfolgreich kontinuierlich vorher festgelegte Dosierungen von zwei Medikamenten gegen chronische Krankheiten zu verabreichen. Dafür wurde ein sogenanntes Nano-Channel-Delivery-System (nDS) eingesetzt, das
      Mehr
    • Vorhersage von Risikofaktoren für bipolare Störungen möglich?
      Brasilianische Wissenschaftler haben Muster der neuronalen Aktivierung während einer Aufgabe mit Belohnung die Schwere der Symptome bei jungen Erwachsenen vorhergesagt, die noch nicht an bipolaren Störungen litten. Leidet bereits ein Familienmitglied an einer bipolaren Störung, besteht ein Erkrankun...
      Mehr
    • Erstmalig steht das Magnetresonanz-Fingerprinting (MRF) als Produkt für die klinische Forschung zur Verfügung
      Siemens Healthineers präsentierte auf dem ISMRM-Kongress (International Society for Magnetic Resonance in Medicine) in Montréal, Kanada, als erster Anbieter weltweit das Magnetresonanz-Fingerprinting-Verfahren (MRF) für die Gewebeanalyse in der klinischen neurologischen Forschung. Die MRF-Applikati...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 19.09.2019 - 21:01): http://www.neuromedizin.de/Forschung/Neue-Studie-zur-zentralen-Schlafapnoe-bei-Epilepsie.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239