Herzerkrankungen: Geschlechtsspezifische Nachsorge durch digitales Assistenzsystem verbessern

Erleidet eine Frau einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist ihre Prognose schlechter als die eines Mannes, da Frauen nach einer Herzerkrankung ein höheres Sterberisiko haben als Männer. Dafür gibt es mehrere Gründe. Frauen sind in klinischen Studien nach wie vor unterrepräsentiert, geschlechtsspezifische Risikofaktoren werden bislang nicht ausreichend berücksichtigt und schützende Hormone bleiben mit der Menopause aus. Eine effiziente Nachsorge ist daher essenziell.

Bessere Prognose für Frauen

Ein Forschungsteam der Fraunhofer-Gesellschaft will mit dem „Projekt GenderHeart ein interaktives Assistenzsystem entwickeln, das die geschlechtsspezifische Früherkennung nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt verbessern soll, und damit auch die Prognose für Frauen", sagt Paula Röttig, Ingenieurin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Biomedizinische Sensorik am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Mannheim. Dafür setzen die Forschenden einen digitalen Anamneseprozess auf, der die Patientinnen speziell nach kardiovaskulären Erkrankungen fragt.

Zum Einsatz kommt dabei die digitalisierte Aufnahmestation TEDIAS, die Forschende des Fraunhofer IPA im Vorfeld entwickelt haben: ein System, in dem ein Avatar digital die Anamnese durchführt und das in klinischen Studien bereits getestet wird. Das Ziel von TEDIAS: eine schnellere und einfachere Erfassung der Krankengeschichte.

„Im Projekt passen wir unsere digitale Anamnese so an, dass sie auf Herzerkrankungen abzielt“, erklärt Paula Röttig. Grundlage des geplanten Früherkennungssystems ist ein KI-basierter Algorithmus, der eine individuelle Risikoeinschätzung und Therapieempfehlung für die jeweilige Patientin ermöglicht. GenderHeart startet im Frühling 2026 und läuft drei Jahre.

Neben dem Fraunhofer IPA sind die Firma Zana Technologies GmbH sowie das Universitätsklinikum Mannheim beteiligt. Langfristig soll die spezialisierte Aufnahmestation in der Notaufnahme zum Einsatz kommen und so im Klinikalltag entlasten.

Quelle: idw / News Fraunhofer-Gesellschaft

(bd)
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